SpaceX Aktie: 47,97 Prozent unter Rekordhoch

HSBC startet SpaceX-Bewertung mit 'Hold' und Kursziel von 115 Dollar. Der Aktienkurs fällt auf ein Rekordtief, während ein durchwachsener Starship-Testflug die Stimmung zusätzlich trübt.

Auf einen Blick:
  • HSBC vergibt Hold-Rating für SpaceX
  • Aktie fällt auf 101,18 Euro
  • Starship-Testflug mit gemischten Ergebnissen
  • Quartalszahlen und Lock-up-Ablauf im Fokus

Die erste große Bank hat sich zu SpaceX geäußert – und das Urteil fällt nüchtern aus. HSBC startet die Coverage der frisch gelisteten Rakete- und Satellitenfirma mit „Hold“. Das Timing könnte kaum unangenehmer sein: Die Aktie kämpft gerade mit ihrer schwersten Talfahrt seit dem Börsengang.

Der Kurs schloss am Freitag bei 101,18 Euro. Damit steht SpaceX 47,97 Prozent unter seinem Rekordhoch vom 16. Juni. Allein in den vergangenen 30 Tagen verlor die Aktie 25,71 Prozent.

HSBC sieht SpaceX als „fair bewertet“ – trotz Musk-Bonus

HSBC begründet ihr Kursziel von 115 Dollar mit einer Summe-der-Teile-Bewertung. Interessant dabei: Die Bank rechnet SpaceX bewusst einen Aufschlag ein, weil CEO Elon Musk eine Erfolgsbilanz beim Aufbau disruptiver Geschäfte vorweisen kann. Als Vergleichsmaßstab diente Teslas Kursentwicklung im ersten Jahrzehnt als börsennotiertes Unternehmen.

Selbst mit diesem Bonus komme die Aktie schon auf ihren fairen Wert, so die Analysten. Ihre Skepsis richtet sich weniger gegen das Kerngeschäft mit Raketenstarts. Stattdessen zweifeln sie an den neueren, unbewiesenen Ambitionen: orbitale Rechenzentren, KI-Infrastruktur im All und die Chip-Fertigung über das Terafab-Projekt.

HSBC räumt ein, dass SpaceX den kommerziellen Raketenstart-Markt dominiert. Auch bei Satelliten-Internet über Starlink hat sich das Unternehmen an die Spitze gesetzt. Bei den KI-Plänen sehen die Analysten dagegen deutlich härtere Konkurrenz.

Im optimistischsten Szenario der Bank – dem „Blue Sky“-Fall – wäre die Aktie 293 Dollar wert. HSBC verweist zudem auf Governance-Risiken: Musk behält über seine Stimmrechte die faktische Kontrolle über den Konzern. Anleger sollen zudem künftige Lock-up-Ablauftermine im Blick behalten, die den frei handelbaren Anteil deutlich vergrößern könnten.

Starship-Testflug liefert gemischte Signale

Die HSBC-Studie erschien ausgerechnet am Tag des 13. Starship-Testflugs. Investoren hatten gehofft, der Start könnte die Stimmung beruhigen. Der dritte Startversuch am 24. Juli gelang – erstmals setzte eine Starship-Mission operative Satelliten aus. 20 Starlink-Satelliten erreichten den suborbitalen Raum und nahmen Kontakt zu Bodenstationen auf.

Bei der Landung des Boosters lief es weniger glatt. Laut SpaceX zündete nur ein Teil der Triebwerke für das Landemanöver erneut, bevor die Stufe hart im Golf aufschlug. Space.com berichtete, lediglich 5 von 13 geplanten Triebwerken hätten während des Landemanövers gezündet.

Die Starship-Oberstufe selbst zeigte keine erkennbaren Probleme. Sie durchlief den kompletten Triebwerksbrand und zündete testweise ein Triebwerk während des Flugs erneut. In der Gleitphase setzte sie zudem 20 Starlink-Testsatelliten aus – ein wichtiger Schritt für künftige operative Missionen.

Aktie im überverkauften Bereich

Die Kombination aus vorsichtigem Analystenurteil und durchwachsenem Raketentest half der Stimmung wenig. Der 14-Tage-RSI liegt bei 33,9 Punkten und signalisiert damit überverkaufte Bedingungen. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 67,12 Prozent zeigt, wie turbulent der Handel seit dem Rekord-Börsengang geworden ist.

Zwei Termine entscheiden über die nächsten Wochen

Die Aufmerksamkeit der Anleger richtet sich nun auf zwei nahe beieinanderliegende Termine. SpaceX veröffentlicht am 4. August seine Quartalszahlen – der erste Geschäftsbericht seit dem Listing an der Wall Street. Zwei Tage später, am 6. August, laufen Lock-up-Fristen für frühe Investoren, Führungskräfte und weitere Insider aus.

Betroffen sind rund 911,5 Millionen Aktien im Wert von etwa 116 Milliarden Dollar, die dann handelbar werden. HSBC warnt, dass diese Dynamik die Stimmung zusätzlich belasten könnte. Beide Ereignisse fallen innerhalb von 48 Stunden zusammen – ein enges Zeitfenster, in dem sich Quartalszahlen und eine massive Ausweitung des Streubesitzes überschneiden.

Der Leerverkaufsanteil an der Aktie ist bereits erhöht. In Kombination mit dem Kurs nahe seinem 52-Wochen-Tief dürften die kommenden zwei Wochen zeigen, wie der Markt SpaceX‘ ambitionierte Wachstumsstory gegen seine noch unbewiesenen Zukunftsprojekte abwägt.

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