SpaceX-Aktien sind unter ihren Ausgabepreis gefallen. Zwei Belastungsfaktoren treffen gerade aufeinander: ein gescheiterter Starship-Test und der bevorstehende Ablauf von Aktiensperrfristen für Insider.
Am Freitag schloss der Titel bei 108,34 Euro, ein Minus von 5,50 Prozent an nur einem Tag. Über sieben Handelstage summiert sich der Verlust auf 14,83 Prozent. Damit notiert die Aktie nur noch knapp über ihrem 52-Wochen-Tief von 107,34 Euro, erreicht am 17. Juli.
Starship-Panne verunsichert Anleger
Auslöser der jüngsten Talfahrt war der 13. Testflug der Starship-Rakete am 16. Juli 2026. Der Start sollte die ersten Satelliten der Starlink-V3-Generation ins All bringen. Wenige Sekunden vor dem Abheben brach SpaceX den Flug ab — Probleme bei der Triebwerkszündung zwangen zur Notabschaltung.
Der Rückschlag traf die Anlegerstimmung hart. Der Kurs rutschte in der Folge unter den ursprünglichen Ausgabepreis von 135 US-Dollar. Damit verliert das Rekord-IPO seinen Nimbus der Unantastbarkeit.
Immerhin lief an anderer Stelle nicht alles schief. Am selben Tag brachte eine Falcon-9-Rakete 21 Satelliten für die Transportschicht der Space Development Agency ins All. Die eingesetzte Trägerstufe absolvierte bereits ihren vierten Flug und landete erfolgreich — ein Routine-Erfolg, der im Schatten des Starship-Debakels aber kaum Beachtung fand.
Sperrfrist-Ablauf verschärft den Druck
Zum operativen Rückschlag gesellt sich ein strukturelles Problem. Laut Unterlagen bei der US-Börsenaufsicht könnten ab Anfang August bis zu 1,37 Milliarden Aktien handelbar werden, sobald die Lockup-Fristen für Insider und Frühinvestoren auslaufen.
Der Zeitpunkt ist heikel. Das Ende der Sperrfrist fällt kurz nach den für den 6. August erwarteten Quartalszahlen. Ein derart großes Angebot zusätzlicher Aktien drückt erfahrungsgemäß auf den Kurs — Marktbeobachter rechnen mit weiterem Abgabedruck, sollten Insider tatsächlich verkaufen.
Die Ausgangslage macht das Timing zusätzlich brisant. SpaceX war am 12. Juni 2026 mit dem größten Börsengang der Geschichte gestartet und kletterte binnen weniger Tage auf ein Rekordhoch. Von diesem Höchststand hat die Aktie inzwischen 44,29 Prozent verloren.
Charttechnik zeigt Nervosität
Die Handelsdaten spiegeln die angespannte Lage wider. Der 14-Tage-RSI liegt bei 34,6 und nähert sich damit überverkauftem Terrain. Die annualisierte Volatilität der vergangenen 30 Tage beträgt 93,20 Prozent — ein Wert, der für ein frisch gelistetes Unternehmen dieser Größenordnung ungewöhnlich hoch ausfällt.
Die kommenden Wochen dürften richtungsweisend werden. Mit den Quartalszahlen am 6. August und dem Auslaufen der Lockup-Frist kurz danach stehen zwei Ereignisse unmittelbar bevor, die das Handelsvolumen und die Kursrichtung spürbar beeinflussen können.
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