SpaceX Aktie: 10,38 Prozent Sprung nach Argus-Upgrade

SpaceX-Aktie legt nach Analysten-Hochstufung deutlich zu. Starke Quartalszahlen und milliardenschwere KI-Investitionen stützen die Erholung.

Auf einen Blick:
  • Argus Research stuft auf Buy hoch
  • Umsatz wächst um 92 Prozent
  • Starlink verdoppelt Abonnentenzahl
  • Pentagon vergibt Aufträge an Konkurrenz

Die SpaceX-Aktie hat am Freitag einen kräftigen Sprung hingelegt. Das Papier notiert bei 109,88 Euro und liegt damit 10,38 Prozent über dem Vortagesniveau. Damit setzt sich eine Erholung fort, die sich bereits in der laufenden Woche angebahnt hatte – vom 52-Wochen-Tief aus, das SpaceX erst Anfang August markierte, steht die Aktie inzwischen gut 20 Prozent höher.

Upgrade und Kurszielanhebung treiben den Kurs

Auslöser des heutigen Sprungs ist eine Hochstufung durch Argus Research. Die Analysten heben ihre Einstufung von Hold auf Buy an und setzen ein neues Kursziel von 160 Dollar. Begründet wird der Schritt mit einer Umsatzlaufrate, die bis Jahresende 2026 auf rund 100 Milliarden Dollar zusteuern soll, sowie mit einer aus Sicht von Argus schnellen Amortisation der Investitionen in KI-Infrastruktur. Bereits am Donnerstag hatte Morgan-Stanley-Analyst Adam Jonas seine bullische Haltung bekräftigt: Der Ablauf der ersten Lock-up-Frist nach dem Börsengang biete seiner Einschätzung nach einen günstigen Einstiegspunkt, sein Kursziel liegt bei 300 Dollar bis Mitte 2027. Zur Erinnerung: Vor gut einem Tag waren rund 911,5 Millionen Aktien im Gegenwert von etwa 100 Milliarden Dollar erstmals handelbar geworden, nachdem die erste Sperrfrist ausgelaufen war. Der Markt verdaute diesen Angebotsschub überraschend gut – ein Signal, das nun in der aktuellen Rally nachwirkt.

Nicht alle Stimmen sind gleich euphorisch. Morningstar bestätigte am Mittwoch einen deutlich niedrigeren fairen Wert von 62 Dollar und vergab lediglich einen „schmalen“ Burggraben. Die Analysten äußerten sich skeptisch, wie wahrscheinlich die optimistischeren Szenarien für die Wiederverwendbarkeit des Starship-Systems tatsächlich seien. Die Spanne zwischen den Einschätzungen zeigt, wie unterschiedlich der Markt die Zukunftsaussichten von SpaceX derzeit bewertet.

Quartalszahlen liefern das Fundament

Fundamentale Rückenwind kam bereits am Dienstag mit den ersten Quartalszahlen seit dem Börsengang. SpaceX meldete für das zweite Quartal einen Umsatz von 7,81 Milliarden Dollar, ein Plus von 92 Prozent gegenüber dem Vorjahr und deutlich über der Erwartung von 6,93 Milliarden Dollar. Der Nettoverlust schrumpfte von einer Milliarde Dollar im Vorjahreszeitraum auf 541 Millionen Dollar, während das bereinigte EBITDA auf 3,5 Milliarden Dollar kletterte. Parallel dazu investierte das Unternehmen im zweiten Quartal 18,37 Milliarden Dollar – sechsmal so viel wie im Vorjahr –, davon allein 15,83 Milliarden Dollar in KI-Infrastruktur und Rechenzentren. Am selben Tag kündigte SpaceX zudem die Übernahme von Cursor für 60 Milliarden Dollar an, um seine Fähigkeiten im Bereich Unternehmens-KI auszubauen.

Auch das Konnektivitätsgeschäft trägt inzwischen substanziell zum Ergebnis bei: Starlink erreichte zwölf Millionen zahlende Abonnenten, eine Verdopplung gegenüber dem Vorjahr, und das Segment steuerte ein operatives Ergebnis von 1,7 Milliarden Dollar bei.

Pentagon setzt auf Diversifizierung

Nicht jede Nachricht der vergangenen Tage fiel zugunsten von SpaceX aus. Die US-Space Force vergab am Donnerstag Aufträge über insgesamt 615 Millionen Dollar an Rocket Lab, Systems Technology Research und ein nicht näher genanntes drittes Unternehmen für Satelliten zur Flugzeugverfolgung. Ziel ist es, die Abhängigkeit von SpaceX zu verringern, nachdem der Konzern im Mai bereits einen SB-AMTI-Auftrag über 4,16 Milliarden Dollar erhalten hatte. Für Anleger ist das ein Hinweis darauf, dass das Pentagon seine Lieferantenbasis bewusst breiter aufstellt, auch wenn SpaceX im Weltraumgeschäft weiterhin eine zentrale Rolle einnimmt.

Starship-Programm nimmt Fahrt auf

Operativ bleibt der Raumfahrtbereich in Bewegung. Ende Juli gelang mit Flug 13 von Starbase in Texas eine weiche Wasserung der Oberstufe im Indischen Ozean, bei der überarbeitete V3-Komponenten getestet wurden. Für Ende August ist bereits der nächste Testflug angesetzt: Flug 14 soll operative V3-Starlink-Satelliten aussetzen und erstmals den Versuch unternehmen, die Oberstufe direkt am Startplatz zu „fangen“. Zusätzlich stehen von diesem Wochenende an drei weitere Falcon-9-Starts von Florida und Kalifornien aus an, mit denen zusätzliche Starlink-Satelliten ins All gebracht werden sollen.

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