SpaceX steht vor seinem ersten großen Test als börsennotiertes Unternehmen. Am Dienstag, den 4. August, legt der Raumfahrtkonzern nach Handelsschluss seine Zahlen zum zweiten Quartal 2026 vor. Es ist der erste Quartalsbericht seit dem Rekord-Börsengang im Juni. Anleger wollen wissen, ob sich die enormen Investitionen in künstliche Intelligenz und das Starship-Programm durch das Wachstum von Starlink rechtfertigen lassen.
Kurs erholt sich vor den Zahlen
Die SpaceX-Aktie zeigte am Montag erste Stabilisierungstendenzen. Sie schloss bei 97,38 Euro, ein Plus von 3,64 Prozent zum Vortag. Zuvor war das Papier auf ein neues 52-Wochen-Tief von 91,04 Euro gefallen.
Die Erholung folgt auf eine heftige Korrektur. Seit dem Hoch von 194,46 Euro am 16. Juni hat die Aktie fast die Hälfte ihres Wertes verloren. CEO Elon Musk äußerte sich am Montag zur Kursschwäche und bezeichnete den Rückgang öffentlich als „Kaufgelegenheit“.
Starlink treibt den Umsatz, KI treibt die Kosten
Die Wall Street erwartet für das zweite Quartal einen Verlust von etwa 0,23 Dollar je Aktie. Beim Umsatz rechnen Analysten mit 6,82 Milliarden Dollar. Das entspräche einem Wachstum von rund 67 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Im Zentrum der Aufmerksamkeit steht Starlink. Das Satelliten-Internet ist mittlerweile die wichtigste Einnahmequelle des Konzerns. Die Abonnentenzahl soll zum Quartalsende bei 12,07 Millionen liegen, vor einem Jahr waren es noch etwa 1,78 Millionen.
Seit der Integration von xAI und X im Februar 2026 arbeitet SpaceX in drei Segmenten: Raumfahrt, Konnektivität und künstliche Intelligenz. Diese Struktur bringt neue Unsicherheiten in die Bilanz. Für das Quartal plant der Konzern KI-bezogene Investitionen von rund 10,2 Milliarden Dollar. Diese Summe könnte die operativen Gewinne aus Raketenstarts und Satellitendiensten deutlich überschatten.
Starship-Erfolg und ein seltenes Mond-Ereignis
Die Wochen vor dem Bericht waren operativ dicht gefüllt. Am 24. Juli gelang der 13. Testflug von Starship. Dabei setzte die Rakete erstmals im Orbit die neue Starlink-V3-Generation aus. Am 1. August folgte ein weiterer Falcon-9-Start mit 24 zusätzlichen Starlink-Satelliten.
Parallel dazu sorgt ein astronomisches Kuriosum für Aufmerksamkeit. Eine ausgebrannte Falcon-9-Oberstufe aus dem Januar 2025 befindet sich auf Kollisionskurs mit dem Mond. Der Einschlag wird für Mittwoch, den 5. August, auf der Tagseite des Mondes erwartet. Astronomen wollen den entstehenden Staubauswurf und Krater wissenschaftlich auswerten.
Charttechnik bleibt angespannt
Trotz der Erholung auf 97,38 Euro bleibt die Aktie technisch angeschlagen. Der 14-Tage-RSI liegt bei 35,0 und nähert sich der überverkauften Zone, ein Trendwechsel ist damit aber noch nicht bestätigt.
Zusätzlichen Druck bringt der 6. August. Dann läuft die erste Stufe einer gestaffelten Lock-up-Frist aus, wodurch mehr Aktien handelbar werden. Wie der Markt darauf reagiert, dürfte stark davon abhängen, welchen Ausblick das Management beim Earnings Call gibt — insbesondere zur Kommerzialisierung von Starship und zum Fahrplan der KI-Sparte.
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