SpaceX: 911,5 Millionen Aktien aus Lockup freigegeben

SpaceX-Aktie steigt nach Lockup-Ende deutlich, angetrieben von starker Nachfrage und überzeugenden Quartalszahlen. Analysten erhöhen ihre Kursziele.

Auf einen Blick:
  • Kurserholung nach Lockup-Ablauf
  • Umsatzplus von 92 Prozent
  • KI-Segment treibt Wachstum
  • Analysten erhöhen Kursziele

Die SpaceX-Aktie hat am Freitag den zweiten Handelstag in Folge kräftig zugelegt und nähert sich damit wieder dem IPO-Preis von 135 US-Dollar. Der zweitägige Kursanstieg hat dem Unternehmen nach Angaben des Nachrichtenportals The Star rund 327 Milliarden Dollar an Marktwert zurückgebracht – ausgelöst durch den Ablauf der ersten großen Lock-up-Sperrfrist nach dem Börsengang.

Am deutschen Markt schloss das Papier am Freitag bei 115,14 Euro, ein Plus von 15,66 Prozent zum Vortag. Auf Wochensicht steht damit ein Zuwachs von 15,84 Prozent, während sich der Kurs auf Monatssicht noch mit einem Rückstand von 9,48 Prozent zeigt. Die kurzfristige Erholung fällt damit deutlich aus, ohne den Rücksetzer der vergangenen Wochen bereits vollständig aufgeholt zu haben.

Lockup-Ablauf setzt Angebot frei

Am Donnerstag wurden rund 911,5 Millionen Aktien aus dem Besitz von Mitarbeitern und frühen Investoren erstmals für den öffentlichen Handel freigegeben, nachdem die erste Sperrfrist nach dem Börsengang ausgelaufen war. Üblicherweise drückt ein solcher Angebotsschub auf den Kurs, weil Altaktionäre Gewinne mitnehmen. Bei SpaceX kehrte sich der Effekt um: Offenbar überwog die Nachfrage das zusätzliche Angebot, was den kräftigen Kursschub der vergangenen beiden Handelstage erklärt.

Parallel dazu rückte ein Rechtsstreit in den Fokus, der zeigt, wie viel Wert seit dem Börsengang bereits entstanden ist. Die Investmentfirma Late Stage Capital steht Medienberichten zufolge im Streit mit frühen Investoren, denen vorpre-IPO-Anteile 2024 zu Bewertungen verkauft wurden, die deutlich unter dem späteren IPO-Niveau lagen. SpaceX war im Juni mit 555 Millionen ausgegebenen Aktien zu je 135 Dollar an die Nasdaq gegangen, was einer anfänglichen Marktkapitalisierung von rund 1,8 Billionen Dollar entsprach.

Starke Quartalszahlen als Fundament

Der Rückenwind für die Aktie speist sich auch aus den Geschäftszahlen für das zweite Quartal, die SpaceX vor Kurzem vorgelegt hatte. Der Umsatz stieg um 92 Prozent im Jahresvergleich auf 7,81 Milliarden Dollar und übertraf damit die Konsensschätzung von 6,81 Milliarden Dollar deutlich. Der Nettoverlust verringerte sich auf 541 Millionen Dollar beziehungsweise 0,09 Dollar pro Aktie, nach einem Fehlbetrag von rund 1,0 Milliarde Dollar im Vorjahresquartal.

Innerhalb der Zahlen sticht das KI-Segment heraus, das im zweiten Quartal 2,56 Milliarden Dollar Umsatz erzielte – getragen von Infrastruktur-Mietzahlungen von Partnern wie Google und Anthropic. Operativ verbuchte die Sparte dennoch einen Verlust von 1,26 Milliarden Dollar. Ursächlich dafür sind hohe Investitionen: Von insgesamt 18,4 Milliarden Dollar an Investitionsausgaben im Quartal entfielen 15,83 Milliarden Dollar auf den Aufbau der KI-Infrastruktur, der Rest floss in andere Unternehmensbereiche. Die Wachstumsstory bleibt damit kapitalintensiv, auch wenn die Umsatzdynamik im KI-Geschäft überzeugt.

Analysten erhöhen Kursziele

Die jüngsten Analystenreaktionen bestätigen die positive Grundstimmung. JPMorgan-Analyst Doug Anmuth hob am Freitag vergangener Woche das Zwölf-Monats-Kursziel für SpaceX von 225 auf 240 Dollar an und begründete dies mit der Stärke des zweiten Quartals sowie dem Wachstum im KI-Segment. Wenige Tage zuvor hatte Bernstein die Coverage für die Aktie mit einer „Outperform“-Einstufung und einem Kursziel von 239 Dollar aufgenommen. Als zentrale Werttreiber nannte das Analystenhaus die Wiederverwendbarkeit des Starship-Systems sowie die hohe Rechenkapazität des Unternehmens.

Starlink wächst, weitere Missionen stehen an

Operativ liefert vor allem das Starlink-Geschäft solide Zahlen. Die Satelliteninternet-Sparte erreichte zwölf Millionen zahlende Nutzer weltweit und hat damit ihre Nutzerbasis seit August vergangenen Jahres verdoppelt. Firmenchef Elon Musk kündigte an, dass die gigabitfähigen „V3“-Satelliten erstmals mit der kommenden Mission „Starship Flight 14“ in den Betriebsorbit gebracht werden sollen. Ende Juli hatte SpaceX bereits „Starship Flight 13“ erfolgreich abgeschlossen, bei dem 20 Starlink-V3-Satelliten ausgesetzt und das Rückgewinnungssystem des Super-Heavy-Boosters weiter getestet wurden.

Der Flugplan bleibt dicht: Für den 15. August ist der Start von neun „Globalstar 2-R“-Satelliten mit einer Falcon-9-Rakete geplant, am 30. August folgt die Versorgungsmission „Dragon CRS-2 SpX-35“ zur Internationalen Raumstation im Auftrag der NASA. Mitte September soll zudem die bemannte „Crew-13“-Mission starten, der dreizehnte operative Flug mit SpaceX-Technik zur ISS.

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