SpaceX: 319 Millionen Aktien am 20. August

Nach starkem Anstieg gibt die SpaceX-Aktie wieder nach. Analysten uneins über den 60-Milliarden-Dollar-Cursor-Deal, während die nächste Lockup-Welle droht.

Auf einen Blick:
  • Kurserholung von 35 Prozent
  • Cursor-Übernahme für 60 Milliarden
  • Analystenziele stark gespalten
  • Weitere Aktienfreigabe am 20. August

Die SpaceX-Aktie hat binnen weniger Tage eine bemerkenswerte Kehrtwende hingelegt. Nach dem ersten Lockup-Ablauf am 6. August war das Papier zunächst unter Druck geraten, erholte sich dann aber innerhalb von fünf Handelstagen um rund 35 Prozent und legte an Marktkapitalisierung etwa 500 Milliarden Dollar zu.

Treiber der Rally: die geplante Übernahme der KI-Programmierplattform Cursor für 60 Milliarden Dollar in Aktien, die Morgan Stanley zu einer deutlichen Anhebung des Bull-Case-Kursziels auf 600 Dollar veranlasste.

Zum Wochenschluss zeigte sich allerdings, dass die Euphorie nicht ungebremst anhält. Im deutschen Handel gab die Aktie gestern um 3,2 Prozent auf 122,54 Euro nach – nach einem Kursgewinn von 6,4 Prozent auf Wochensicht.

Die Aktie notiert damit weiterhin gut 35 Prozent über ihrem 52-Wochen-Tief vom 3. August, bleibt aber rund 37 Prozent unter ihrem Rekordhoch vom 16. Juni entfernt. Die annualisierte Volatilität von 93 Prozent auf Sicht von 30 Tagen unterstreicht, wie nervös der Handel mit dem erst im Juni an die Börse gegangenen Titel bleibt.

Cursor-Deal spaltet die Analysten

Morgan Stanley bekräftigte am 11. August sein Basis-Kursziel von 300 Dollar, hob aber das optimistische Szenario auf 600 Dollar an – begründet mit dem Potenzial der Cursor-Integration, deren Umsatz die Analysten bis Ende 2026 auf 8 Milliarden Dollar und bis 2030 auf 33 Milliarden Dollar taxieren.

Das Bär-Szenario liegt bei lediglich 75 Dollar. Morningstar hält mit einem fairen Wert von nur 62 Dollar deutlich dagegen und verweist auf den Rückgang von Cursors Marktanteil im KI-Coding-Segment von 41 auf 26 Prozent, während Konkurrent Claude Code inzwischen 54 Prozent des Enterprise-Marktes hält.

Arete Research sieht das Kursziel bei 401 Dollar. Sollte die Übernahme bis Ende August nicht zustande kommen, müsste SpaceX laut Berichten eine Abstandszahlung von bis zu 10 Milliarden Dollar leisten.

Die Divergenz der Einschätzungen spiegelt sich auch im Bewertungsniveau wider: Die Aktie wird Berichten zufolge mit dem 107-Fachen des Umsatzes gehandelt, verglichen mit rund dem 21-Fachen bei Nvidia. Für Anleger bedeutet das ein hohes Risiko-Rendite-Profil, das stark von der Umsetzung der KI-Strategie abhängt.

Institutionelles Interesse und operative Zahlen

Für Vertrauen sorgte die Offenlegung des norwegischen Staatsfonds, der einen Anteil im Wert von 1,2 Milliarden Dollar an SpaceX hält – ein Signal, dass langfristig orientierte Investoren trotz der Kursschwankungen zugreifen.

Operativ zeigte das zweite Quartal ein Umsatzwachstum von 92 Prozent auf 7,8 Milliarden Dollar, bei einem Nettoverlust von 541 Millionen Dollar. Das bereinigte EBITDA stieg um 191 Prozent auf 3,5 Milliarden Dollar. Von den Investitionen im Quartal in Höhe von 18,4 Milliarden Dollar entfielen 15,8 Milliarden Dollar auf den Ausbau der KI-Rechenkapazitäten.

Elon Musk selbst hatte angekündigt, dass der Großteil der SpaceX-Umsätze bereits im September aus dem KI-Geschäft stammen soll, mittelfristig sogar 99 Prozent. Rechenzentrums-Deals mit Google und Anthropic generieren laut Unternehmensangaben zusammen mehr als 2 Milliarden Dollar an monatlich wiederkehrenden Umsätzen.

Nächste Lockup-Tranche als Belastungsprobe

Die eigentliche Bewährungsprobe steht noch bevor: Am 20. August werden weitere 319 Millionen Aktien aus der Sperrfrist entlassen. Bereits die erste Freigabe am 6. August hatte den frei handelbaren Anteil von 638,9 Millionen auf 1,55 Milliarden Aktien erhöht, was einem Sprung von 4,9 auf 11,9 Prozent des Gesamtkapitals entspricht.

Der Short-Interest-Anteil am Streubesitz lag zuletzt bei rund 29 Prozent – ein Hinweis darauf, dass ein Teil der Marktteilnehmer weiter auf fallende Kurse setzt, sollte die zweite Freigabewelle erneuten Verkaufsdruck auslösen.

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