S&P Global erweitert sein Geschäft mit Risikoanalysen auf die Blockchain. Die Ratingsparte hat ein neues Instrument für sogenannte Lending Vaults vorgestellt, also Anlagevehikel, die direkt auf der Blockchain laufen. Parallel liefert der Konzern mit seinen Einkaufsmanagerindizes wieder die Daten, auf die der Markt am Montag schaut.
Vault Risk Assessment für DeFi
Die „Vault Risk Assessment“ (VRA) soll Anlegern eine unabhängige, vorausschauende Einschätzung des Risikos in digitalen Kreditvaults liefern. Solche Vaults bündeln Einlagen und investieren sie nach festgelegten Strategien, ähnlich wie verwaltete Rentenfonds. Das Volumen ist zuletzt stark gewachsen: Die Einlagen erreichten im September 2026 rund 10 Milliarden Dollar, vor zwei Jahren waren es 1,5 Milliarden.
Bewertet werden sechs Risikofaktoren, darunter Kreditqualität des Portfolios, Liquiditätsungleichgewichte, Blockchain- und Protokollrisiken sowie Sicherheit und Governance. Ein klassisches Kreditrating ist die VRA ausdrücklich nicht, Renditehöhen kommentiert sie ebenfalls nicht. Erste Bewertungen will S&P Global Ratings in künftigen Mitteilungen veröffentlichen.
Der Schritt fügt sich in eine erkennbare Strategie. Der Konzern vergab bereits das erste Rating für ein DeFi-Protokoll und bewertete eine bitcoinbesicherte Verbriefung. Im September kündigte S&P Global die Übernahme des Sicherheitsspezialisten OpenZeppelin an und beteiligte sich strategisch am Marktdatenanbieter Kaiko.
Einkaufsmanagerindizes als Tagesgeschäft
Auch das klassische Datengeschäft liefert Schlagzeilen. Der von S&P Global ermittelte Dienstleister-PMI der Eurozone stieg im September auf 53,0 Punkte, den höchsten Stand seit November 2025. Die zweite Schätzung bestätigte die erste, Volkswirte hatten genau damit gerechnet. Der Gesamtindex für die Eurozone liegt bei 53,1 Punkten.
In Deutschland sprang der Dienstleistungsindex von 49,7 auf 52,9 Punkte und liegt damit wieder über der Wachstumsschwelle. Spanien legte unerwartet auf 58,3 Punkte zu. Italien trübte sich dagegen deutlich ein, auf 51,7 Punkte nach 55,2 im August.
Chefvolkswirt Chris Williamson von S&P Global Markets sieht den Aufschwung beschleunigt und breiter aufgestellt. Die Umfragen deuten auf ein BIP-Wachstum von 0,4 Prozent im Quartalsvergleich hin, zu Beginn des vierten Quartals dürfte das Tempo weiter anziehen.
Für den Konzern selbst sind die PMI-Daten vor allem ein Aushängeschild für die Datenmarke. Das Geschäftsmodell hängt jedoch an den Ratings, Indizes und Analysen, und genau dort baut S&P Global mit dem Krypto-Vorstoß ein neues Feld auf. Konkrete VRA-Bewertungen sollen folgen, ein Termin ist bislang nicht genannt.
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