Der Nahostkonflikt hinterlässt in den jüngsten PMI-Erhebungen von S&P Global deutliche Spuren — und das nicht nur in einer Region, sondern gleich in mehreren großen Volkswirtschaften gleichzeitig.
Frankreich nah an der Rezession
Am schwersten trifft es derzeit Frankreich. Der finale Services-PMI fiel im Mai auf 44,3 Punkte — das niedrigste Niveau seit November 2020, dem Hochpunkt der Corona-Pandemie. Auch der composite PMI sackte auf 44,9 Punkte ab. Laut S&P Global Market Intelligence erinnern die Werte an Rezessionssignale: Geopolitische Unsicherheit lähmt Investitionsentscheidungen, während steigende Kosten die Kaufkraft aufzehren. Ein BIP-Rückgang im zweiten Quartal wird für Frankreich ausdrücklich als wahrscheinlich eingestuft.
Europa und Asien unter Druck
Italien zeigt ein ähnliches Muster. Der Services-PMI rutschte auf 49,4 Punkte — bereits der dritte Monat in Folge unter der Wachstumsschwelle. Besonders auffällig: Die Inputkosten im Dienstleistungssektor stiegen auf den höchsten Stand seit Januar 2023, angetrieben durch den anhaltenden Konflikt im Nahen Osten. S&P-Ökonomen warnen, dass der Kostendruck weiter zunehmen könnte, sollte der Krieg anhalten.
In Japan stagnierte der Services-PMI im Mai bei exakt 50,0 Punkten, nachdem er 13 Monate in Folge über dieser Marke gelegen hatte. Die Geschäftskosten stiegen so schnell wie seit 43 Monaten nicht mehr. Neue Exportaufträge brachen so stark ein wie seit über vier Jahren nicht. Russlands Dienstleistungssektor zeigte ebenfalls Schwäche: Der PMI fiel auf 48,7 Punkte, den tiefsten Stand seit September 2025.
Kerngeschäft läuft, Datenlage trübt sich ein
Für S&P Global als Unternehmen sind diese Ergebnisse zweischneidig. Einerseits belegen sie die Relevanz und globale Reichweite der PMI-Plattform — in Krisenzeiten steigt die Nachfrage nach verlässlichen Konjunkturdaten. Andererseits signalisieren die eingetrübten Wirtschaftsaussichten in wichtigen Märkten wie Frankreich, Japan und teils auch Italien, dass das makroökonomische Umfeld für Unternehmenskunden zunehmend herausfordernd wird — was mittel- bis langfristig die Nachfrage nach Ratings und Finanzanalysen dämpfen könnte.
Griechenland lieferte indes einen der wenigen Lichtblicke: Der Fertigungs-PMI stieg im Mai auf 53,3 Punkte und signalisierte damit solides Wachstum. Das ändert am Gesamtbild wenig — der Trend in den großen Volkswirtschaften zeigt klar nach unten. Nächster Gradmesser für die globale Konjunkturlage werden die US-Services-PMI-Daten sein, die S&P Global für Anfang Juni erwartet.
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