Die Eurozone startet schwächer ins vierte Quartal als erwartet. Der von S&P Global ermittelte Einkaufsmanagerindex fiel im Oktober auf 51,9 Punkte, ein Rückgang um 1,2 Zähler. Volkswirte hatten nur mit einem Minus auf rund 52,7 bis 52,8 Punkte gerechnet. Der Datenanbieter liefert hier die Zahlen, die an den Märkten gelesen werden, die eigene Aktie ist davon nicht direkt betroffen.
Frankreich zieht den Index nach unten
Hauptgrund ist die Entwicklung in Frankreich. Sorgen um den Staatshaushalt belasten die Stimmung, hinzu kommen Proteste, Streiks und Unruhen. Die Teilindikatoren für Industrie und Dienstleistungen rutschten unerwartet unter die Marke von 50 Punkten. Das signalisiert einen Rückgang der wirtschaftlichen Aktivität.
Im Dienstleistungssektor der Eurozone sank der Index auf 51,7 Punkte nach 53,0 im Vormonat. Die Industrie hielt sich besser: Der Einkaufsmanagerindex des verarbeitenden Gewerbes gab nur auf 52,4 Punkte von 52,9 nach. Hier lagen die Prognosen mit 52,6 Punkten nah an der Realität.
Robustes Wachstum, aber weniger Dynamik
S&P-Global-Chefvolkswirt Chris Williamson sieht die Eurozone dennoch mit „anhaltend robustem Wachstum“ im Schlussquartal. Der Flash-PMI deute auf ein BIP-Plus von 0,3 Prozent zum Vorquartal hin. Das liege unter dem Tempo vom September, gehöre aber weiter zu den besten Werten der vergangenen drei Jahre.
Allerdings schwächte sich das Wachstum auch außerhalb Frankreichs leicht ab, in Industrie wie Services. Die Neueinstellungen kamen nahezu zum Stillstand, der Auftragseingang legte nur noch minimal zu. Das könnte darauf hindeuten, dass der Schwung in den kommenden Monaten weiter nachlässt.
Großbritannien als Gegenpol
Ein anderes Bild zeigt sich jenseits des Ärmelkanals. Der britische Composite-Index stieg im Oktober auf 53,1 Punkte, nach 52,0 im Vormonat. Analysten hatten 51,8 erwartet. Die Aktivität im privaten Sektor wuchs damit so schnell wie seit acht Monaten nicht mehr.
Die Daten zeichnen ein gespaltenes Europa: Großbritannien beschleunigt, der Euroraum verliert an Fahrt, Frankreich steht an der Schwelle zur Schrumpfung. Die endgültigen Oktober-Werte folgen in den kommenden Wochen und zeigen, ob die erste Schätzung revidiert wird.
S&P Global-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue S&P Global-Analyse vom 23. Oktober liefert die Antwort:
Die neusten S&P Global-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für S&P Global-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 23. Oktober erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
