Vorbörslich ging es für die SolarEdge-Aktie um 5 Prozent nach unten. Wer nur auf den Umsatz geschaut hat, dürfte das nicht verstehen. 310,5 Millionen Dollar Erlös, 41,5 Prozent mehr als im Vorjahresquartal, und damit noch 5 Millionen Dollar über dem, was Analysten erwartet hatten. Klingt doch prima. Nur: Beim Non-GAAP-Verlust je Aktie lagen die Kalifornier mit minus 0,43 Dollar satte 0,16 Dollar schlechter als gedacht. Das ist der Haken.
Der Einmaleffekt, der keiner sein soll
CEO Shuki Nir spricht von „starker Ausführung“ und „sechstem Quartal in Folge mit Margenverbesserung“. Und ja, die Non-GAAP-Bruttomarge kletterte tatsächlich auf 23,5 Prozent, nach 23,3 Prozent im Vorquartal. Kein großer Sprung, aber immerhin ein Schritt in die richtige Richtung.
Was Nir weniger laut sagt: Die Non-GAAP-Betriebskosten sprangen von 88,7 auf 97,7 Millionen Dollar. Der Grund war ein Einmalaufwand von rund 14 Millionen Dollar. Rechnet man den heraus, lagen die operativen Kosten bei ungefähr 84 Millionen Dollar und der operative Verlust bei annähernd 11 Millionen Dollar, also ungefähr auf Vorquartalsniveau. Das klingt dann schon weniger dramatisch. Aber Einmaleffekte sind eben auch immer eine bequeme Erklärung.
Freier Cashflow halbiert
Was noch auffällt: Der freie Cashflow fiel von 43,3 Millionen Dollar im Vorquartal auf 20,7 Millionen Dollar. Immer noch positiv, das ist gut. Aber die Richtung stimmt nicht. Auch der operative Cashflow halbierte sich in etwa, von 52,6 auf 24,4 Millionen Dollar. Wer auf eine echte Trendwende hofft, muss hier genauer hinschauen.
SolarEdge Technologies Aktie Chart
Breakeven in Sicht, oder?
Für das zweite Quartal stellt SolarEdge einen Umsatz zwischen 325 und 355 Millionen Dollar in Aussicht. Der Konsens lag bei 340 Millionen Dollar, also genau in der Mitte der Spanne. Nir sagt, man sei „nah am operativen Breakeven“ beim Mittelpunkt des Ausblicks. Außerdem kündigt er die Plattform SolarEdge Nexis an und spricht von einem „KI-Rechenzentrum-Power-Roadmap“. Das klingt ambitioniert, vielleicht auch ein bisschen nach Ablenkung.
Minus 5 Prozent vorbörslich für ein Unternehmen, das 46 Prozent Umsatzwachstum meldet und den sechsten Margenanstieg in Folge feiert. Irgendwas stimmt da nicht, und die 0,16 Dollar EPS-Verfehlung erklärt das allein wohl nicht vollständig.
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