Solana steckt in einer Zwickmühle, die selten so deutlich zutage tritt. Der Kurs notiert bei rund 76 Dollar und liegt im laufenden Jahr klar im Minus, während im Hintergrund gleich mehrere Kräfte zerren. Ein Großanleger baut eine riskante Wette auf steigende Kurse auf, technische Analysten sehen Luft nach oben, und die Community diskutiert über tiefgreifende Änderungen am Angebot. Für Anleger ist das eine Mischung aus Chance und Sprengkraft.
Der Analyst sieht den Weg zu 100 Dollar
Der bekannte Krypto-Analyst Ali Martinez nannte am Wochenende ein Kursziel von 100 Dollar, allerdings mit Bedingung. Solana bewege sich auf dem Tageschart in einem parallelen Kanal, und die entscheidende Hürde liege bei etwa 78 Dollar. Erst ein nachhaltiger Sprung über diese Marke könnte den Weg zur oberen Kanalgrenze rund um 100 Dollar öffnen. Das entspräche einem Aufschlag von etwa 30 Prozent. Zuletzt notierte SOL Anfang Februar auf diesem Niveau.
Ein Großanleger geht ins volle Risiko
Spannender als die Charttechnik ist eine einzelne Wette. Eine neue Wallet zahlte 8,43 Millionen Dollar ein und begann, eine Long-Position über 500.000 SOL mit zwanzigfachem Hebel aufzubauen. Ein Teil davon ist bereits gefüllt. Der Hebel ist der springende Punkt. Er verstärkt Gewinne, kann bei fallenden Kursen aber schnell zu einer Zwangsauflösung führen.
Interessant ist dabei ein Widerspruch im Markt. Der in Dollar gemessene Wert offener Terminkontrakte ist gegenüber dem Vorjahr um rund 47 Prozent gefallen, die Zahl der gehebelten Coins dagegen gestiegen. Ohne kräftige Käufe am Spotmarkt könnte das die Kursausschläge weiter verschärfen.
Solana Chart
Weniger neue Coins, mehr verbrannte
Parallel diskutiert die Solana-Community zwei Vorschläge, die das Angebot verknappen könnten. Der eine würde die geplante Neuausgabe verringern und rund 18,9 Millionen SOL aus dem künftigen Umlauf nehmen. Der andere würde die Transaktionsgebühren umbauen und vollständig verbrennen, was die täglich vernichtete Menge von etwa 650 auf 7.500 bis 9.000 SOL heben könnte. Vereinfacht gesagt entstünde ein Mechanismus, der bei hoher Netzwerkauslastung ähnlich wirkt wie ein Aktienrückkauf. Beobachter mahnen aber zur Vorsicht, denn ähnliche Anläufe scheiterten in der Vergangenheit bereits.
Damit stehen sich zwei Szenarien gegenüber. Verknappt sich das Angebot und kommt frische Nachfrage hinzu, könnte die Wette des Großanlegers aufgehen. Bleibt der Kaufdruck am Spotmarkt aus, wird genau diese gehebelte Position schnell zur Achillesferse. Welche Seite gewinnt, dürfte sich an einer einzigen Marke entscheiden.
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