Morgan Stanley hat am 15. Juli 2026 eine überarbeitete Zulassungsunterlage für seinen geplanten Solana-ETF eingereicht. Das Produkt mit dem Ticker MSOL soll erstmals eine Staking-Funktion enthalten. Damit könnte der Fonds direkt Erträge aus den zugrunde liegenden Solana-Beständen erwirtschaften.
Bloomberg-Analyst James Seyffart wertet den Schritt als gezielten Versuch, professionelle Investoren anzusprechen. Für diese gelten native Netzwerk-Erträge zunehmend als wichtiger Baustein der Rendite bei digitalen Vermögenswerten. Morgan Stanley setzt die Verwaltungsgebühr bei niedrigen 0,14 Prozent an – ein Wert am unteren Ende der aktuellen Gebührenspanne für ETFs.
Banken bauen auf Solana
Der Vorstoß fällt in eine Phase wachsender institutioneller Präsenz auf der Solana-Blockchain. Sieben der 29 global systemrelevanten Banken haben die Infrastruktur mittlerweile integriert oder befinden sich im Aufbau. Bessere regulatorische Klarheit und institutionstaugliche Staking-Lösungen verschieben das Kapital zunehmend in Richtung leistungsstarker Netzwerke.
Auch auf der Liquiditätsseite tut sich etwas. Am 14. Juli flossen 500 Millionen Dollar frisch geprägte USDC in zwei Tranchen zu je 250 Millionen Dollar ins Netzwerk. Der gesamte USDC-Bestand auf Solana bewegt sich damit zwischen 7,2 und 8,6 Milliarden Dollar.
Am selben Tag startete zudem die Handelsplattform JTX von Jito im Self-Custody-Modus – zunächst für 1.000 Nutzer von der Warteliste. Die zugehörige Governance-Regel JIP-38 schreibt vor, dass sämtliche Plattformgebühren mindestens ein Jahr lang für Rückkäufe und die Vernichtung von JTO-Token verwendet werden.
Netzwerk läuft stabil, Kurs bleibt unter Druck
Technisch zeigt sich Solana in guter Verfassung. Am 10. Juli erreichte das Netzwerk seine 1.000. Epoche – mehr als fünf Jahre Betriebszeit. Aktuell verarbeitet die Chain rund 1.100 Transaktionen pro Sekunde, nahe ihrem bisherigen Höchstwert.
Auch bei der Tokenisierung realer Vermögenswerte setzt Solana im Juli mit 3,4 Milliarden Dollar an gebundenen Assets eine neue Bestmarke. Entwickler testen derzeit das Alpenglow-Konsensus-Upgrade, das die Bestätigungszeit von Transaktionen auf etwa 150 Millisekunden drücken soll. Für das vierte Quartal 2026 plant die Solana Foundation zudem die Aktivierung zweier Vorschläge für moderne Zero-Knowledge-Beweise.
Der Kurs zeigt von alldem bislang wenig. Solana notiert bei rund 77 Dollar, nur knapp über dem 50-Tage-Durchschnitt von 74 Dollar und deutlich unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 91 Dollar. Auf Jahressicht steht ein Minus von 39 Prozent zu Buche, gegenüber dem Rekordhoch von 253 Dollar aus dem September 2025 fehlen fast 70 Prozent.
Der Fear-and-Greed-Index für Kryptowährungen liegt bei 27 Punkten – ein Zeichen deutlicher Verunsicherung im Gesamtmarkt. Charttechnisch trifft Solana zwischen 78 und 79 Dollar auf Widerstand, während sich bei 74 Dollar eine wichtige Unterstützung etabliert hat. Seit neun Quartalen in Folge dominiert Solana zwar das Handelsvolumen unter dezentralen Börsen. Die fundamentale Stärke des Netzwerks und die Kursentwicklung laufen damit weiterhin auseinander.
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