Morgan Stanley ermöglicht seinen Wealth-Management-Kunden seit dem 8. Juni die direkte Umwandlung von Solana-Beständen in Spot-ETFs. Damit rückt SOL regulatorisch auf eine Stufe mit Bitcoin und Ethereum. Ausgerechnet jetzt, wo das institutionelle Interesse wächst, bricht der Kurs ein.
Zahlungsriesen setzen auf Solana
Mastercard führte am 7. Juni eine „Always-on“-Stablecoin-Abwicklung auf Solana ein. Das Netzwerk verarbeitet Zahlungen damit rund um die Uhr — ohne manuelle Freigaben. Parallel startete Solana am 2. Juni ein natives System für wiederkehrende On-Chain-Zahlungen, sogenannte Subscriptions & Allowances. Unternehmen können damit Abonnements und Gehaltsabrechnungen direkt auf der Blockchain abwickeln. Erste Partner wie Helius und Confirmo nutzen das bereits für automatische Rechnungsstellung.
Das Netzwerk zeigt dabei robuste Nutzungszahlen. Stand 5. Juni waren täglich über 4,16 Millionen aktive Adressen aktiv. Das Netzwerk verarbeitete im Schnitt 102,7 Millionen Transaktionen täglich. Der Stablecoin-Bestand auf Solana überstieg 15,95 Milliarden Dollar.
Kurs im freien Fall, On-Chain unter Druck
Die Kursentwicklung erzählt eine andere Geschichte. SOL notiert aktuell bei rund 66,60 Dollar — ein Minus von fast 48 Prozent seit Jahresbeginn. Vom 52-Wochen-Hoch bei 252,78 Dollar ist der Token mehr als 73 Prozent entfernt. Der RSI liegt bei 28, was technisch als überverkauft gilt.
Hinter dem Kursrückgang steckt mehr als reine Preisschwäche. Das in DeFi-Protokollen gesperrte Kapital fiel innerhalb einer Woche um 9,55 Prozent. Die Netto-Position langfristiger Halter sank im selben Zeitraum um 28 Prozent — ein Hinweis darauf, dass auch überzeugte Investoren Positionen abbauen.
Token-Unlocks erhöhen den Druck
Im Juni kommen mehrere große Token-Freigaben hinzu. Rund 624.666 SOL wurden Anfang Juni entsperrt. Am 10. Juni folgen 172 Millionen Token des NFT-Marktplatzes Magic Eden — das entspricht fast einem Drittel des umlaufenden Angebots. Zwei Tage später schüttet das Memecoin-Launchpad Pump.fun zehn Milliarden eigene Token aus.
All das fügt sich in eine branchenweite Welle ein: Im Juni werden blockchain-weit Token im Gegenwert von über einer Milliarde Dollar freigegeben. Mehr Angebot trifft auf einen Markt, der ohnehin unter Druck steht.
Starke Infrastruktur, wachsendes institutionelles Interesse, aber gleichzeitig kapitulierender Kurs und anhaltendes Angebotsplus — Solana steckt in einem klaren Widerspruch. Ob die institutionelle Nachfrage durch Morgan Stanley und Mastercard den Verkaufsdruck auffangen kann, wird sich in den kommenden Wochen an der Marke von 60 Dollar entscheiden — dem jüngsten Jahrestief.
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