Solana: 28,83 Prozent vor Finalitätsstopp

Ein Routing-Fehler brachte Solana nahe an den Stillstand, während die MoneyGram-Kooperation den globalen Zugang zu Krypto erweitert.

Auf einen Blick:
  • Fast 29% des Stakings als inaktiv gemeldet
  • MoneyGram-Integration in 170 Ländern gestartet
  • Alpenglow-Upgrade soll Finalität beschleunigen
  • Großinvestor erwirbt 200.000 SOL

Das Solana-Netzwerk ist am heutigen Mittwoch nur knapp einem vollständigen Stillstand der Transaktionsfinalität entgangen. Ein massiver Routing-Fehler führte dazu, dass zeitweise fast 29 Prozent des eingesetzten Kapitals im Netzwerk als inaktiv gemeldet wurden. Parallel dazu treibt das Projekt seine globale Expansion voran: Seit gestern ermöglicht eine Kooperation mit MoneyGram den physischen Zugang zu digitalen Werten in über 170 Ländern.

Kritische Schwelle bei der Finalität fast erreicht

Ursache für die heutige Instabilität war ein BGP-Routing-Fehler beim Infrastrukturanbieter Teraswitch am Standort Miami. In der Folge waren zeitweise 90 Validatoren offline, was dazu führte, dass 28,83 Prozent des gestakten Volumens als „delinquent“ eingestuft wurden. Damit näherte sich das Netzwerk gefährlich der kritischen Schwelle von 33,34 Prozent. Wäre dieser Wert überschritten worden, hätte die Blockchain die Produktion neuer Blöcke nicht mehr final bestätigen können.

Betroffen waren insgesamt zwölf Standorte weltweit, darunter Frankfurt, London, Singapur und Tokio. Berichten zufolge war unter anderem der Infrastrukturdienstleister Helius für etwa 33 Minuten offline. Durch den Vorfall gingen schätzungsweise 333 SOL an Staking-Belohnungen verloren.

Die Erholung des Netzwerks dauerte je nach Standort zwischen 10 und 33 Minuten, bis die volle Betriebsbereitschaft wiederhergestellt war. Dieser Vorfall unterbricht beinahe eine über 30-monatige Phase ohne nennenswerte Ausfälle, nachdem das Netzwerk zuletzt im Februar 2024 für fünf Stunden stillstand.

Globale Expansion durch MoneyGram-Kooperation

Trotz der technischen Herausforderungen verzeichnet Solana Fortschritte bei der praktischen Anwendung. Seit gestern ist der Dienst „MoneyGram Ramps“ offiziell auf der Blockchain integriert.

Anthony Soohoo, CEO von MoneyGram, betonte, dass die Zukunft des Zahlungsverkehrs auf dem Zugang zu Brückentechnologien basiere. Der neue Service ermöglicht es Nutzern, in über 170 Ländern Bargeld abzuheben und in 25 Ländern Einzahlungen vorzunehmen, wobei die Abwicklung über den Stablecoin USDC erfolgt.

Solana ist damit nach Stellar die zweite Blockchain-Infrastruktur, die dieses globale Netzwerk nutzt. Als erste kompatible Wallet wurde die Anwendung Rift freigeschaltet. Diese Partnerschaft zielt darauf ab, die Brücke zwischen klassischem Bargeld und digitalen Vermögenswerten für die weltweit rund 60 Millionen Kunden von MoneyGram zu schlagen.

Technische Upgrades und Governance im Fokus

Für die kommenden Monate plant die Community umfassende technische Erneuerungen. Das sogenannte Alpenglow-Upgrade soll die Zeit bis zur Finalität einer Transaktion auf 100 bis 150 Millisekunden senken, was einer massiven Beschleunigung gegenüber dem aktuellen Stand entspräche.

Zudem befinden sich Governance-Vorschläge wie SIMD-0550 und SIMD-0553 in der Abstimmung. Diese könnten die tägliche Vernichtung von Token von derzeit etwa 650 SOL auf bis zu 9.000 SOL erhöhen, was die Inflationsrate des Netzwerks deutlich senken würde.

Am Markt zeigt sich Solana derzeit stabil, auch wenn das Asset mit einem aktuellen Kurs von 75,40 USD noch weit von früheren Höchstständen entfernt ist. Das 52-Wochen-Hoch, das am 19. September des vergangenen Jahres bei 253,21 USD markiert wurde, liegt preislich 70,2 Prozent über dem aktuellen Niveau.

Der Analyst Michael van de Poppe sieht dennoch Potenzial für eine Erholung in Richtung 120 USD, sofern die Unterstützung im Bereich von 74 USD nachhaltig verteidigt werden kann. Gestützt wird diese Einschätzung durch anhaltendes institutionelles Interesse: Ein einzelner Großinvestor erwarb erst kürzlich knapp 200.000 SOL im Gegenwert von rund 15,2 Millionen USD.

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