Sojabohnen-Futures: Handelssorgen drücken!

Die Notierungen für Sojabohnen-Futures verlieren über 2 % und fallen unter 12 Dollar, nachdem US-Präsident Trump ein mögliches Verschieben des Handelsgipfels mit China andeutete.

Auf einen Blick:
  • Sojabohnen-Futures verlieren über 2% und fallen unter 12 Dollar
  • Trump droht mit Verzögerung des China-Gipfels wegen Hormuz-Straße
  • Chinesische Käufe von US-Sojabohnen haben sich nach anfänglichem Kaufrausch wieder verlangsamt
  • US-Farmer nutzen gestiegene Preise seit Iran-Krieg zum Verkauf ihrer Lagerbestände

Die Sojabohnen-Futures sind am Montag regelrecht abgestürzt. Die Notierungen verloren mehr als 2 % an Wert und rutschten unter die psychologisch wichtige Marke von 12 Dollar je Scheffel. Der Grund für den plötzlichen Einbruch liegt in Washington und Peking.

US-Präsident Donald Trump hat in einem Interview mit der Financial Times durchblicken lassen, dass er den mit Spannung erwarteten Gipfel mit seinem chinesischen Amtskollegen Xi Jinping verschieben könnte. Die Bedingung: China müsse helfen, die Blockade der Straße von Hormuz aufzulösen. Für die Sojabohnen-Märkte ist das ein echter Schock, denn China ist der mit Abstand größte Abnehmer des Ölsaatguts weltweit.

Nach dem Handelsgipfel Ende letzten Jahres hatte China zunächst massiv US-Sojabohnen eingekauft, nachdem die Nachfrage monatelang praktisch eingeschlafen war. Das anfängliche Ziel von 12 Millionen Tonnen wurde erreicht, doch danach verlangsamten sich die Käufe aus Peking Berichten zufolge wieder deutlich. Jede Verzögerung der anstehenden Gespräche könnte eine Erholung der Verkäufe jetzt komplett ausbremsen.

Sojabohnen/USD Chart

Iran-Krieg treibt Farmer zum Verkauf

Die US-Getreidepreise sind seit Beginn des Iran-Krieges deutlich gestiegen. Das hat Farmer im ganzen Mittleren Westen dazu veranlasst, große Mengen an Mais und Sojabohnen zu verkaufen, die sie noch aus der letztjährigen Ernte eingelagert hatten, als die Preise schwach waren. Besonders die Sojabohnenpreise sind anfällig für Spannungen zwischen den USA und China, da die Chinesen als Hauptabnehmer amerikanischer Produkte gelten.

Seit die USA und Israel den Iran angegriffen haben, nutzen Landwirte die gestiegenen Preise zum Verkauf ihrer Lagerbestände an Ethanol-Produzenten und große Händler wie Archer-Daniels-Midland und Bunge, wie Reuters vergangene Woche berichtete. Die aktuelle Unsicherheit über die Handelsgespräche dürfte die Märkte weiter nervös halten. Denn weitere politische Störfeuer könnten die Preise schnell weiter nach unten drücken.

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