Soitec Aktie: Photonik-Umsatz knackt 100-Millionen-Dollar-Marke

Soitec übertrifft Cashflow-Prognosen deutlich, während KI-Photonik wächst. Der Aktienkurs reagiert mit starken Ausschlägen auf den Jahresbericht.

Auf einen Blick:
  • Free Cashflow übertrifft Erwartungen
  • KI-Photonik-Sparte wächst zweistellig
  • Umsatzrückgang in Mobilfunk und Automotive
  • Nettoverlust durch Sonderabschreibungen belastet

Ein Wechselbad der Gefühle für Soitec-Aktionäre. Der Halbleiterspezialist legte seinen Jahresbericht vor – und überraschte mit einem klaren Cashflow-Beat. Die Aktie schnellte daraufhin um über 24 Prozent nach oben. Am Freitag gab sie einen Teil der Gewinne wieder ab und schloss bei 176,90 Euro, ein Minus von 7,6 Prozent.

Rekord-Cashflow kaschiert Umsatzrückgang

Das abgelaufene Geschäftsjahr (Ende März 2026) brachte einen Umsatz von 592 Millionen Euro – ein organischer Rückgang von 30 Prozent. Vor allem die Segmente Mobilfunk und Automotive schwächelten mit Minus 41 beziehungsweise 44 Prozent. Grund waren anhaltende Lagerbestandskorrekturen.

Doch der Markt blickte auf die Liquidität: Soitec erzielte einen positiven Free Cashflow von 63 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor flossen noch 23 Millionen Euro ab. Die Analystenschätzung von rund 6 Millionen Euro wurde damit klar übertroffen. Grund waren disziplinierte Investitionen und effizientes Working-Capital-Management.

KI-Photonik wird zum Zugpferd

Die wahre Überraschung steckte im Segment Edge & Cloud AI. Dessen Erlöse stiegen um acht Prozent auf 214 Millionen Euro. Allein der Photonik-SOI-Umsatz knackte die 100-Millionen-Dollar-Marke – früher als vom Management erwartet.

Dieses Material steckt in schnellen optischen Transceivern für KI-Rechenzentren. Im vierten Quartal wuchs das Geschäft sequenziell um 25 Prozent – die Prognose lag bei 20 Prozent. Analysten sehen darin einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil. Die Branche setzt zunehmend auf hybride Architekturen und ko-verpackte Optik, um KI-Workloads zu bewältigen.

Verlust durch Sondereffekte

Unter dem Strich stand ein Nettoverlust von 220 Millionen Euro. Darin enthalten sind 105 Millionen Euro an nicht wiederkehrenden Wertminderungen – etwa 41 Millionen auf SmartSiC-Anlagen und 29 Millionen für die Pasir-Ris-Erweiterung in Singapur.

Die Bilanzstruktur ist solide. Die Nettoverschuldung sank auf 56 Millionen Euro, das entspricht dem 0,4-Fachen des EBITDA. Zudem tilgte Soitec 325 Millionen Euro an Wandelanleihen und sicherte sich ein neues Schuldscheindarlehen über 222 Millionen Euro.

Ausblick: Neues Jahr mit Schwung

Für das erste Quartal des neuen Geschäftsjahres rechnet das Management mit einem Umsatzplus von rund 15 Prozent im Jahresvergleich. Ein langfristiger Liefervertrag mit Skyworks Solutions für pieoelektrische Wafer unterstreicht die strategische Perspektive.

Die Investitionen sollen von 135 auf rund 100 Millionen Euro sinken. Soitec geht diszipliniert vor.

Die Aktie hat sich seit Jahresbeginn mehr als versechsfacht. Der RSI von 38,6 deutet auf eine kurzfristige Abkühlung hin. Gelingt die Umsatzwende, könnte das Papier das hohe Niveau halten.

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