Soitec Aktie: 357 Millionen Euro für Rückkäufe

Soitec-Aktionäre genehmigen massiven Aktienrückkauf und beenden Steuerstreit. Die Aktie steigt deutlich.

Auf einen Blick:
  • Rückkaufprogramm über 357 Millionen Euro
  • Steuerstreit mit Frankreich beigelegt
  • CEO Laurent Rémont im Amt bestätigt
  • Fokus auf KI-Rechenzentren verstärkt

Soitec schafft Klarheit. Auf der jüngsten Hauptversammlung stimmten die Aktionäre allen Vorschlägen der Unternehmensführung mit großer Mehrheit zu. Das Paket umfasst einen massiven Aktienrückkauf und die Beilegung eines kostspieligen Steuerstreits.

Anleger reagierten erleichtert auf die Nachrichten. Die Soitec-Aktie kletterte um rund acht Prozent auf 105,15 Euro. Damit erholt sich der Wert ein Stück weit von den Verlusten der vergangenen Wochen.

Milliarden-Budget für Rückkäufe

Das neue Programm hat eine Laufzeit von 18 Monaten. Soitec darf in dieser Zeit bis zu fünf Prozent des Grundkapitals zurückerwerben. Das entspricht etwa 1,8 Millionen Aktien.

Der Vorstand setzte den maximalen Kaufpreis auf 200 Euro pro Aktie fest. Rechnerisch ergibt sich daraus ein potenzielles Gesamtvolumen von rund 357 Millionen Euro. Die eingezogenen Papiere dienen der Kurspflege, Mitarbeiterbeteiligungen oder werden schlicht vernichtet, um den Gewinn je Aktie zu steigern.

Fokus auf KI-Rechenzentren

Neben den Finanzentscheidungen stand die Führung im Mittelpunkt. Laurent Rémont wurde offiziell als CEO bestätigt. Er führt das Unternehmen seit April 2026 und richtet die Strategie konsequent auf den Wachstumsmarkt der Künstlichen Intelligenz (KI) aus.

Besonders Photonics-SOI-Produkte für optische Transceiver in Rechenzentren gelten als Hoffnungsträger. Diese Spezialisierung soll helfen, den hohen Nettoverlust von 220 Millionen Euro aus dem vergangenen Geschäftsjahr hinter sich zu lassen.

Steuerstreit beigelegt

Ein wesentlicher Unsicherheitsfaktor ist nun vom Tisch. Soitec einigte sich mit den französischen Steuerbehörden auf einen Vergleich für die Jahre 2020 bis 2022. Die Einigung sieht vor, dass der Konzern auf künftige Steuergutschriften im Wert von 320 Millionen Euro verzichtet.

Der tatsächliche Geldabfluss ist für das Unternehmen verkraftbar. Er ist auf 60 Millionen Euro begrenzt und wird erst im dritten Quartal 2027 fällig. Damit verschwindet ein Risiko, das die Bewertung der Firma monatelang belastet hatte.

Die hohe Volatilität der Aktie von zuletzt 113 Prozent verdeutlicht die Nervosität im Halbleitersektor. Das nun genehmigte Rückkaufprogramm bietet dem Management ein Werkzeug, um bei künftigen Kursschwankungen stabilisierend einzugreifen.

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