SoftwareOne rückt die wirtschaftliche Umsetzung von KI in den Mittelpunkt. Im gestern veröffentlichten LSZ-Interview beschreibt Vsevolod Shchepanskyi organisatorische Hürden als entscheidendes Problem.
Parallel schafft die abgeschlossene Crayon-Integration in Australien und Neuseeland eine gemeinsame Grundlage für Cloud-, Sicherheits-, Daten- und KI-Services. Für Anleger zählt damit weniger die Verfügbarkeit der Technik als deren Umsetzung im Kundengeschäft.
KI-Nutzung allein schafft noch keinen Ertrag
Shchepanskyi verantwortet bei SoftwareOne die globale KI-Strategie und die entsprechenden Lösungen. Seine zentrale Aussage: Unternehmen brauchen klare wirtschaftliche Ziele, benannte Verantwortliche und angepasste Prozesse. Fehlende Mandate und Entscheidungsrechte können verhindern, dass aus technischer Leistungsfähigkeit ein messbarer Geschäftsnutzen entsteht.
Die im Interview genannten Befragungsergebnisse verdeutlichen diese Lücke. Lediglich 37 % der Unternehmen sehen einen Effekt auf das Unternehmensergebnis. Nur 6 % berichten von einem EBIT-Effekt von mehr als 5 %.
Höhere persönliche Produktivität ist demnach nicht gleichbedeutend mit einem höheren Unternehmensgewinn. Erfolgreiche Unternehmen verändern laut Shchepanskyi auch ihre Abläufe und integrieren die Prozessgestaltung in die KI-Transformation. Für die Bewertung des Leistungsangebots von SoftwareOne ist diese Unterscheidung wichtig: Technische Einführung und wirtschaftliche Umsetzung sind unterschiedliche Aufgaben.
Die Aussagen beschreiben allerdings die Herausforderungen der Kunden. Sie sind kein Nachweis für zusätzliche Aufträge oder Ergebnisbeiträge bei SoftwareOne. Ihr Anlegerwert liegt vielmehr darin, die Anforderungen an das KI-Geschäft des Unternehmens zu konkretisieren.
Crayon-Integration vereinheitlicht das Angebot
Einen operativen Schritt hat SoftwareOne am Dienstag abgeschlossen: die Integration von Crayon in Australien und Neuseeland. Die Arbeiten liefen zehn Monate und hatten im Januar begonnen. Künftig tritt die Gruppe dort ausschließlich unter der Marke SoftwareOne auf.
Nach Angaben von Mathew Howard, dem für das Partnergeschäft in Australien und Neuseeland zuständigen Manager, bleiben die bisherigen Partnerteams bestehen. Zugleich sollen Partner auf breitere Kompetenzen bei Cloud, Sicherheit, Daten und KI zugreifen können. Cloud-Kostenoptimierung nennt Howard als aktuelles Thema im Partnergeschäft.
Die Zusammenführung soll eine einheitliche Bereitstellung der Services und eine standardisierte Partnerunterstützung ermöglichen. Damit adressiert SoftwareOne die organisatorische Seite seines Angebots: gebündelte Kompetenzen unter einer Marke statt getrennter Auftritte.
Für Anleger liegt die Bedeutung zunächst in dieser operativen Vereinheitlichung. Der Integrationsabschluss ist ein konkreter Umsetzungsschritt. Ob daraus profitables Wachstum entsteht, entscheidet sich daran, wie erfolgreich SoftwareOne die gemeinsamen Leistungen bei Kunden und Partnern etabliert. Die von Shchepanskyi beschriebene Ertragslücke bei KI macht deutlich, warum dafür mehr als Technologie erforderlich ist.
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