SoftBank Group sondiert einem Bericht von Reuters zufolge mit Investmentbanken eine mögliche Anleihe im Volumen von 10 bis 20 Milliarden Dollar. Das Geld soll einen Kredit refinanzieren, der mit dem Engagement des Konzerns bei OpenAI verknüpft ist. Reuters betonte, der Bericht sei von SoftBank selbst nicht bestätigt worden.
Die Meldung reiht sich in eine ganze Serie von Finanzierungsschritten ein, mit denen SoftBank seine Milliardenwette auf künstliche Intelligenz absichert. Erst vor wenigen Tagen hatte das Unternehmen eine Anleihe im Volumen von einer Billion Yen für Privatanleger angekündigt, deren siebenjährige Tranche am 4. September gepreist werden soll.
Die Zeichnungsfrist läuft vom 7. bis zum 16. September, die Emission ist für den 17. September terminiert. Als Verwendungszweck nannte SoftBank explizit die Finanzierung seiner Investitionszusagen an OpenAI.
Datenzentren als Kapitalfresser
Parallel zur Anleiheplanung wächst der Kapitalbedarf für die physische Infrastruktur hinter der KI-Strategie. Nvidia kündigte an, für das Ohio-Rechenzentrumsprojekt von OpenAI, das die SoftBank-Tochter SB Energy realisiert, Garantien von bis zu 105 Milliarden Dollar bereitzustellen, und zusätzlich 1,5 Milliarden Dollar direkt in SB Energy zu investieren.
Wenige Tage zuvor hatte Reuters bereits berichtet, Nvidia verhandle über eine Beteiligung von bis zu 3 Milliarden Dollar an SB Energy im Rahmen breiterer Finanzierungsgespräche für OpenAI-Rechenzentren. Diese Summen machen deutlich, in welcher Größenordnung sich SoftBanks KI-Engagement inzwischen bewegt – und warum der Konzern parallel mehrere Finanzierungswege gleichzeitig verfolgt.
Der Kapitalbedarf reicht über die USA hinaus: Beim Choose-France-Gipfel Anfang Juni hatte SoftBank bereits bis zu 75 Milliarden Euro für neue Datenzentren in Europa in Aussicht gestellt.
Portfolio-Umbau bei US-Beteiligungen
Um Mittel für die KI-Wetten freizusetzen, schichtet SoftBank auch sein Aktienportfolio um. Aus Pflichtmitteilungen für das zum 30. Juni abgeschlossene Quartal geht hervor, dass der Konzern 71,5 Prozent seiner Beteiligung an Taiwan Semiconductor Manufacturing verkaufte, was 1,4 Millionen Aktien im Wert von 269,8 Millionen Dollar entsprach.
Im Gegenzug baute SoftBank eine neue Position bei Capital One auf, mit 276.811 Aktien im Wert von 55,5 Millionen Dollar, sowie eine kleinere Beteiligung an Life360 im Umfang von 488.500 Dollar.
Trotz dieser Verschiebungen bleibt Intel mit Abstand die dominierende Position im US-Aktienportfolio. Medienberichten zufolge machte die Beteiligung von knapp 87 Millionen Intel-Aktien im Wert von mehr als 12 Milliarden Dollar zum Stichtag Ende Juni fast 67 Prozent des offengelegten US-Bestands aus.
Kursreaktion verhalten
An der Börse zeigt sich bislang keine ausgeprägte Reaktion auf die Refinanzierungsgespräche. Die Aktie notiert aktuell bei 27,98 Euro und legt am heutigen Mittwoch um 0,7 Prozent zu, nachdem sie am Dienstag bei 27,77 Euro geschlossen hatte.
Auf Sicht von 30 Tagen steht dennoch ein Rückgang von 3,9 Prozent zu Buche, was die Marktkapitalisierung auf umgerechnet 152,69 Milliarden Euro drückt. Der RSI von 42,3 deutet auf keine überkaufte oder überverkaufte Lage hin, während die annualisierte Volatilität von 73 Prozent die Nervosität rund um die milliardenschweren KI-Wetten widerspiegelt.
SoftBank-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue SoftBank-Analyse vom 26. August liefert die Antwort:
Die neusten SoftBank-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für SoftBank-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 26. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
