SoftBank Group Aktie: Short-Volumen erreicht Rekord

Symbolbild, KI-generiert

SoftBank begleicht 25,9 Milliarden Dollar Kredit und plant neue Anleihe. Gleichzeitig erreicht das Short-Volumen den höchsten Stand seit Jahren.

Auf einen Blick:
  • 25,9 Milliarden Dollar werden zurückgezahlt
  • Short-Volumen steigt auf 3,9 Milliarden Dollar
  • Neue Junk-Bond-Anleihe wird geprüft
  • Aktie verliert zuletzt 2,6 Prozent

SoftBank Group tilgt an diesem Montag, den 15. September, die gesamte ausstehende Summe von 25,9 Milliarden Dollar aus einem Kredit, der ursprünglich zur Finanzierung des Engagements bei OpenAI aufgenommen worden war. Die vollständige Rückzahlung sollte eigentlich als Signal finanzieller Stärke gelesen werden. Doch just in diesen Tagen ziehen Investoren am Terminmarkt in ungewöhnlichem Umfang gegen den japanischen Technologiekonzern.

Die Leerverkaufsquote gemessen am Streubesitz kletterte am Mittwoch auf 2,27 Prozent – den höchsten Stand seit Juli 2025. In absoluten Zahlen entspricht das einem Short-Volumen von 3,9 Milliarden Dollar, dem höchsten Wert seit mindestens Anfang 2015. Für ein Unternehmen, das zuletzt vor allem mit Übernahmen und Milliardenkrediten Schlagzeilen machte, ist das ein bemerkenswerter Kontrapunkt.

Bond-Finanzierung als Puzzlestück

Die Tilgung der Kreditlinie fügt sich in eine breitere Finanzierungsstrategie ein. Bereits am 4. September hatte SoftBank eine Retail-Anleihe über eine Billion Yen, umgerechnet rund 6,3 Milliarden Dollar, platziert. Der Kupon der siebenjährigen Papiere lag bei 4,75 Prozent und damit am oberen Ende der zuvor angepeilten Spanne von 4,3 bis 4,9 Prozent. Das deutet darauf hin, dass Investoren für ihr Engagement eine spürbare Risikoprämie verlangten.

Parallel dazu bereitet der Konzern eine deutlich größere Kapitalmarktaktion vor: Vom 14. bis 17. September sondiert SoftBank in New York bei Investorenmeetings das Interesse an einer möglichen Dollar-Anleihe im Junk-Bond-Segment. Finanzvorstand Yoshimitsu Goto und weitere Führungskräfte nehmen dafür an Terminen in den Räumen von Citigroup teil. Im Gespräch ist ein Volumen von 10 bis 20 Milliarden Dollar, denkbar ist auch eine Tranche in Euro.

Zwischen Bilanzstärke und Skepsis

Die Kombination aus wachsenden Shortpositionen und laufender Fremdkapitalaufnahme wirft die Frage auf, wie belastbar das Vertrauen der Anleger tatsächlich ist.

Zum 23. Juni bezifferte SoftBank den Nettoinventarwert des Konzerns auf 74 Billionen Yen, was einem Wert von 13.000 Yen je Aktie entspricht – eine Zahl, die Anhänger der Aktie regelmäßig als Beleg für eine Unterbewertung anführen. Gleichzeitig bleibt der Konzern durch Zukäufe wie die im Dezember vereinbarte Übernahme von DigitalBridge für rund 4 Milliarden Dollar in der Investitionsoffensive.

Am Markt zeigte sich die Skepsis zuletzt auch im Kurs: Am Donnerstag schloss die Aktie bei 36,61 Euro, ein Rückgang von 2,6 Prozent gegenüber dem Vortag. Auf Sicht von sieben und 30 Tagen steht dennoch jeweils ein Plus von rund 20 respektive 19 Prozent zu Buche – die Aktie hat also einen kräftigen Lauf hinter sich, bevor die jüngste Schwäche einsetzte.

Der RSI von 68,6 signalisiert eine bereits recht weit fortgeschrittene Kaufdynamik, während die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 64 Prozent die Nervosität rund um den Titel unterstreicht.

Für Anleger bedeutet das: Die fundamentale Story bleibt intakt, doch der wachsende Anteil an Shortpositionen zeigt, dass ein Teil des Marktes auf eine Korrektur der jüngsten Rally setzt – ausgerechnet in der Woche, in der SoftBank mit der Tilgung der OpenAI-Kreditlinie und der Roadshow für die Junk-Bond-Emission zwei zentrale Finanzierungskapitel gleichzeitig abschließt beziehungsweise eröffnet.

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