Nach dem heftigen Kursrutsch vom Vortag dreht die SoftBank-Aktie kräftig ins Plus. Der Kurs springt am Dienstag um mehr als 8 Prozent auf über 6.300 Yen und gehört damit zu den stärksten Werten im Nikkei 225. Am Montag war das Papier noch um mehr als 11 Prozent eingebrochen.
Auslöser der Erholung ist eine handfeste Entwicklung bei der Tochtergesellschaft SB Energy. Das Datacenter- und Energieinfrastruktur-Unternehmen hat aktualisierte Unterlagen für seinen geplanten Börsengang in den USA eingereicht. Demnach sollen japanische Investoren Aktien im Volumen von bis zu 500 Millionen Dollar erhalten, Berichten zufolge könnte die Einheit dabei mit rund 50 Milliarden Dollar bewertet werden.
Schwergewichte als Ankerinvestoren
Die Liste der Unterstützer liest sich prominent. Nvidia hat zugesagt, 1,5 Milliarden Dollar im Rahmen einer Privatplatzierung zum IPO-Preis zu investieren. OpenAI wiederum hält Optionsscheine an SB Energy im Wert von etwa 5,5 Milliarden Dollar. Diese Kombination verleiht dem Börsengang zusätzliche Glaubwürdigkeit und signalisiert institutionelles Vertrauen in SoftBanks KI-Infrastrukturstrategie.
Der Rückenwind kommt zur rechten Zeit. Der Ausverkauf am Montag war durch die Ankündigung von OpenAI-Chef Sam Altman ausgelöst worden, dass ein Börsengang des KI-Unternehmens 2026 nicht mehr geplant ist.
Für Anleger, die auf ein zeitnahes Liquiditätsereignis aus SoftBanks Beteiligung an OpenAI mit einem Volumen von rund 65 Milliarden Dollar gehofft hatten, war das ein herber Dämpfer. Hinzu kamen zuletzt allgemeine Sorgen über ein mögliches Abbremsen der KI-Entwicklung, die den Kurs zusätzlich belastet hatten.
Parallel zur SB-Energy-Nachricht hat sich auch ein zweites Risiko entschärft. Eine Kreditlinie über 25,9 Milliarden Dollar wurde am Dienstag fällig — SoftBank hatte jedoch bereits eine neue Zwei-Jahres-Finanzierung über rund 20 Institute organisiert, deren Volumen von 11,87 Milliarden Dollar das ursprüngliche Ziel von 10 Milliarden Dollar übertraf.
Ein erfolgreicher Börsengang von SB Energy würde für SoftBank einen erheblichen Wertzuwachs bedeuten — gerade jetzt, wo die Rendite aus dem OpenAI-Investment auf sich warten lässt.
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