Berkshire Grey, hundertprozentige Tochter von SoftBank, rüstet ihre Lagerroboter mit neuer KI aus. Die Software BG Pilot bündelt Wahrnehmung, Steuerung und Lagerorchestrierung auf einer Plattform. Für den Konzern passt das zum Kernthema „Physical AI“, auf das SoftBank derzeit stark setzt.
Was die Software kann
BG Pilot soll ein Kernproblem der Lagerautomatisierung entschärfen: Variabilität. Roboter müssen unterschiedlichste Verpackungen und gemischte Artikel verarbeiten und sich zugleich an schwankende Personalverfügbarkeit anpassen. Die Plattform stützt sich nach Unternehmensangaben auf Milliarden von Greifvorgängen und einen der größten proprietären Datensätze zum robotergestützten Kommissionieren.
Die Neuerungen verteilen sich auf drei Produktlinien:
- Scoop: Ein KI-Modell verarbeitet visuelle und 3D-Daten in Echtzeit, erkennt Trailerwände und Hindernisse und markiert Artikel, die menschliches Eingreifen erfordern.
- Stride: Die Orchestrierung koordiniert Warenfluss, Stationszuweisung und Personaleinsatz je nach Nachfrage und Versandprioritäten.
- Core: Maschinelles Lernen steuert Kartonauswahl und Platzierung, um den Raum möglichst dicht zu nutzen.
BG Pilot läuft laut Unternehmen bereits in Kundenbetrieben. Zu den Kunden zählen FedEx, Meijer und Fanatics.
Nachfrage zieht an
Berkshire Grey meldet, die Zahl neuer Geschäftsmöglichkeiten sei in den vergangenen sechs Monaten um mehr als 65 Prozent gestiegen. CEO Dave Paratore verweist auf wachsende Nachfrage nach Lagerautomatisierung und das steigende Interesse an Physical AI. Hinzu kommt ein Patentportfolio von mehr als 1.200 erteilten und angemeldeten Schutzrechten.
Finanzielle Zahlen zur Tochter nannte das Unternehmen nicht. Der Kurseffekt auf die Konzernmutter dürfte sich daher in Grenzen halten.
Marktumfeld in Tokio
Die Aktie von SoftBank legte im Donnerstagshandel um mehr als ein Prozent zu. Der Nikkei 225 stieg zeitgleich um knapp ein Prozent auf rund 64.580 Punkte und setzte damit die Gewinne der beiden Vortage fort. Technologiewerte stützten den Markt, Advantest und Kioxia sprangen jeweils um mehr als sieben Prozent nach oben. Der Dollar notierte in der höheren 157-Yen-Spanne.
Der nächste konkrete Termin für den Konzern steht bereits fest: Am 10. November werden die Quartalszahlen erwartet. Dann zeigt sich, wie stark die KI- und Robotik-Strategie die Bilanz bereits prägt.
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