SoftBank Group verhandelt einem Bericht von Reuters und The Information zufolge über den Erwerb einer Mehrheitsbeteiligung am Humanoid-Roboter-Hersteller 1X Technologies. Die Gespräche laufen auf eine Bewertung von rund 6 Milliarden Dollar hinaus. Erst zuvor hatte das Startup eine Series-A2-Finanzierung über 23,5 Millionen Dollar abgeschlossen, angeführt vom OpenAI Startup Fund.
Der mögliche Deal reiht sich in eine Serie kapitalintensiver Vorhaben ein, mit denen SoftBank sein Engagement in der Künstlichen Intelligenz ausbaut. Während die OpenAI-Beteiligung bislang im Zentrum der Investitionsstrategie stand, würde ein Einstieg bei 1X Technologies das Portfolio um die physische Ebene der KI erweitern – humanoide Roboter statt reiner Software- und Rechenkapazität.
Finanzierungsbedarf wächst parallel zu den Ambitionen
Die Expansion hat ihren Preis. Bloomberg berichtete, dass SoftBank mit Investmentbanken über eine Anleiheemission zwischen 10 und 20 Milliarden Dollar verhandelt, um einen 40-Milliarden-Dollar-Brückenkredit für die OpenAI-Investition zu refinanzieren. Die Bonds könnten bereits im September 2026 in Dollar und Euro platziert werden.
Nach Projektionen, die GuruFocus zusammenfasste, soll die Gesamtinvestition in OpenAI bis zum 1. Oktober 2026 auf rund 65 Milliarden Dollar steigen – das entspräche einem Anteil von etwa 13 Prozent an dem KI-Unternehmen.
Zusätzlich hat SoftBank in Japan eine Rekordanleihe über eine Billion Yen zur Zeichnung angemeldet, deren Kupon am 4. September 2026 fixiert werden soll. Die Kombination aus Auslandsanleihe und Inlandsemission zeigt, wie stark der Konzern seine Bilanz für die KI-Wette hebelt.
Umschichtungen im Beteiligungsportfolio
Parallel zu den neuen Engagements schichtet SoftBank sein bestehendes Portfolio um. Wie aus einer SEC-Meldung hervorgeht, reduzierte der Konzern seine Position an Taiwan Semiconductor Manufacturing um 71,5 Prozent und behält noch 565.000 Aktien im Wert von rund 269,8 Millionen Dollar.
Im Gegenzug wuchs der Wert der Intel-Beteiligung bei unveränderter Aktienzahl von etwa 87 Millionen Papieren von 3,84 Milliarden auf 12,1 Milliarden Dollar zum Ende des zweiten Quartals. Neu aufgebaut wurden zudem kleinere Positionen in Capital One Financial und Life360.
Diese Verschiebungen fallen in eine Phase, in der der Substanzwert des Konzerns unter Druck steht: Der Nettoinventarwert sank laut einem Bericht von Invezz bis zum 5. August 2026 auf rund 58,3 Billionen Yen, nach 72,3 Billionen Yen Ende Juni – Folge einer Korrektur bei Technologiebewertungen.
Kursreaktion bleibt verhalten
An der Börse zeigt sich das Papier von den Nachrichten bislang wenig beeindruckt. Die Aktie notiert aktuell bei 28,41 Euro und legt am heutigen Donnerstag um 1,2 Prozent zu, nachdem sie am Mittwoch bei 28,06 Euro geschlossen hatte.
Auf Wochensicht steht dennoch ein Rückgang von 1,7 Prozent, während sich der Kurs auf Monatssicht mit einem Plus von 1,8 Prozent stabilisiert zeigt. Der RSI von 44,3 signalisiert keine überkaufte oder überverkaufte Lage – Anleger scheinen die widersprüchlichen Signale aus schwindendem Nettoinventarwert und wachsenden KI-Wetten vorerst gegeneinander aufzuwiegen.
Für Oktober 2026 ist die letzte Investitionstranche von 10 Milliarden Dollar in OpenAI terminiert. Ob der mögliche Einstieg bei 1X Technologies bis dahin konkretisiert wird, dürfte mitentscheiden, wie der Markt SoftBanks Kapitalallokation zwischen Software- und Hardware-KI künftig bewertet.
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