SoftBank Group gehört heute zu den auffälligsten Gewinnern im Tokioter Handel. Die Aktie legt fast fünf Prozent zu, während der Nikkei 225 um mehr als ein Prozent auf über 66.200 Punkte klettert. Der Technologiekonzern zählt damit zu den Schwergewichten, die den Index nach zwei schwächeren Handelstagen wieder nach oben ziehen.
Der Rückenwind kommt nicht nur aus Tokio. Auch die Chip-Tochter Arm Holdings erholt sich an der Wall Street kräftig, nachdem die Aktie tags zuvor um über sieben Prozent eingebrochen war — ausgelöst durch einen planmäßigen Aktienverkauf von Finanzchef Jason Child im Volumen von rund 3,12 Millionen Dollar. Die Erholung bei Arm dürfte auch auf SoftBank abstrahlen, schließlich hält der japanische Mutterkonzern die Mehrheit an dem Chipdesigner.
Milliardenschwere Finanzierung stützt AI-Strategie
Im Hintergrund wirkt weiterhin eine Finanzierungsrunde, die SoftBank vergangene Woche abgeschlossen hat: eine Hochzins-Anleihe im Volumen von 11,1 Milliarden Dollar, die zu einem erheblichen Teil in die KI-Strategie des Konzerns fließen soll. Hinzu kommt ein Lombardkredit über 25 Milliarden Dollar, der durch Arm-Aktien besichert ist und von den beteiligten Banken wiederholt aufgestockt wurde.
Beide Finanzierungsinstrumente signalisieren aus Sicht von Marktbeobachtern institutionelles Vertrauen in die langfristige KI-Ausrichtung von SoftBank und Arm.
Bei Arm selbst bleibt die im September von CEO Rene Haas skizzierte Wachstumsstory tragend: verbesserte Lieferbedingungen für die neue AGI-CPU-Architektur und mehrjährige Kundenverträge, die ein Nachfrageziel von zwei Milliarden Dollar stützen sollen.
Breite Erholung am japanischen Aktienmarkt
Der Kurssprung bei SoftBank fällt in einen Handelstag, an dem praktisch der gesamte Technologiesektor in Tokio zulegt. Werte wie Tokyo Electron, Advantest und Screen Holdings gewinnen zwischen ein und zwei Prozent, während Halbleiterzulieferer wie Sumco und Resonac Holdings sogar um fast fünf Prozent steigen. Der breite Sektor-Rückenwind dürfte den Ausschlag bei SoftBank zusätzlich verstärkt haben.
Belastend wirkten dagegen schwächere Konjunkturdaten: Der Einzelhandelsumsatz in Japan verfehlte im August mit einem Plus von 2,7 Prozent die Erwartungen, die Industrieproduktion sank überraschend um 1,7 Prozent zum Vormonat. Der Yen notiert derweil im oberen 156er-Bereich zum Dollar.
Für SoftBank bleibt die Kombination aus Arm-Erholung, milliardenschwerer Refinanzierung und breiter Sektor-Rally der entscheidende Treiber des heutigen Kursanstiegs. Wie nachhaltig dieser Schub ist, dürfte sich an der weiteren Entwicklung von Arms AGI-CPU-Nachfrage und den nächsten Schritten in der KI-Finanzierungsstrategie zeigen.
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