Masayoshi Son denkt größer. Der SoftBank-Gründer will bis zu 100 Milliarden Dollar von Investoren aus der Golfregion einwerben und damit einen Fonds für KI-gestützte Übernahmen aufsetzen. Die Aktie gab in Tokio um 3,54 Prozent auf 5.826 Yen nach und folgte damit dem schwachen Umfeld bei KI-Titeln.
Fonds für KI-Übernahmen
Der geplante Fonds soll Unternehmen kaufen und deren Abläufe mit KI und anderen Spitzentechnologien verbessern. Dem Vernehmen nach spielt Roze, das Robotik- und Physical-AI-Geschäft von SoftBank, dabei eine Schlüsselrolle. Son soll in den vergangenen Wochen Gespräche mit hochrangigen Vertretern geführt haben, unter anderem in den Vereinigten Arabischen Emiraten.
Eine Einigung ist nicht garantiert. SoftBank hat die Berichte bislang nicht kommentiert.
OpenAI-Zahlen sorgen für Unruhe
Zusätzliche Verunsicherung stiftet OpenAI. Nach einer Mitteilung an Investoren lag die annualisierte Umsatzrate Ende September bei rund 50 Milliarden Dollar. Zuvor war in Medienberichten von knapp 70 Milliarden die Rede gewesen. OpenAI peilt bis Jahresende weiterhin mindestens 70 Milliarden an.
Ein Teil der Differenz dürfte methodische Gründe haben. OpenAI verbucht bei Verkäufen über Cloud-Partner nur den eigenen Anteil, andere Anbieter wie Anthropic erfassen die Erlöse brutto. Ein tatsächlicher Rückgang des Geschäfts lässt sich daraus nicht ohne Weiteres ablesen.
Teure Finanzierung
Für SoftBank zählt dennoch die Bilanz. Die dritte und letzte Tranche der OpenAI-Folgeinvestition über 10 Milliarden Dollar wurde am 1. Oktober ausgeführt. Die kumulierte Investition summiert sich damit auf 64,6 Milliarden Dollar, der Anteil auf rund 13 Prozent.
Finanziert wurde die Tranche unter anderem mit Dollar-Anleihen, deren Kupons zwischen 8,625 und 9,750 Prozent liegen. Es war ein Rekord für eine Hochzinsanleihe des Konzerns. Die Kreditausfallversicherungen waren vor dem 2. Oktober auf den höchsten Stand seit 2023 gestiegen, was die Sorge um Verschuldung und Kreditrisiko unterstreicht.
Hinzu kommt der Umstand, dass sich der Börsengang von OpenAI nach Angaben aus dem Markt verzögert. Ein neuer Fonds mit Golf-Kapital würde Sons KI-Engagement weiter ausdehnen, ohne dass die Kosten der bisherigen Wette abgedeckt sind. Ob die Investoren am Golf zusagen, hängt davon ab, wie SoftBank die Gespräche bestätigt und ausgestaltet.
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