Ein geplatzter Kreditdeal bekommt eine zweite Chance. SoftBank hat die Gespräche über ein Darlehen in Höhe von 10 Milliarden Dollar, besichert durch die eigene OpenAI-Beteiligung, wieder aufgenommen — diesmal mit einem entscheidenden Zugeständnis an die Banken. Der Markt reagierte prompt: Die Aktie legte am Donnerstag um 2,3 Prozent auf 6.137 Yen zu und ließ damit den Nikkei 225, der um rund 0,5 Prozent zulegte, deutlich hinter sich.
Warum die erste Runde scheiterte
Der ursprüngliche Plan sah vor, den Kredit ausschließlich mit den privat gehaltenen OpenAI-Anteilen zu besichern. Genau daran scheiterten die ersten Verhandlungen: Banken zeigten sich zurückhaltend, weil sie im Fall eines Wertverlusts keinerlei Zugriff auf SoftBank selbst gehabt hätten. Private Beteiligungen lassen sich schwerer bewerten und noch schwerer liquidieren als börsennotierte Aktien — ein Risiko, das die Kreditgeber nicht allein tragen wollten.
Um die Blockade zu lösen, bietet SoftBank nun eine Unternehmensgarantie an. Reicht der Wert der verpfändeten OpenAI-Anteile nicht aus, könnten die Banken künftig direkt beim Konzern selbst Rückzahlung verlangen. Als Konsortialbanken werden Goldman Sachs, JPMorgan Chase und Mizuho Financial Group gehandelt.
Ein Baustein in Masayoshi Sons AI-Strategie
Der Kredit ist Teil einer deutlich größeren Rechnung. Firmengründer Masayoshi Son hat den Konzern zu einem der größten Geldgeber von OpenAI gemacht und dafür mehr als 60 Milliarden Dollar in das Unternehmen und angrenzende KI-Infrastrukturprojekte wie die Stargate-Rechenzentren gesteckt. Finanziert wird dieser Kurs zunehmend über Fremdkapital und mit Vermögenswerten besicherte Kredite.
Ein ähnliches Modell hatte SoftBank bereits im vergangenen Jahr genutzt, damals mit einem Kredit über 5 Milliarden Dollar gegen Anteile am Chipdesigner Arm Holdings — dessen Aktien sind allerdings börsennotiert und damit für Banken deutlich einfacher zu bewerten als die privaten OpenAI-Papiere. Genau dieser Unterschied dürfte künftig an Bedeutung verlieren: OpenAI hat im Juni vertraulich einen Börsengang in den USA beantragt, was die Bewertung der SoftBank-Beteiligung erleichtern und ihre Tauglichkeit als Kreditsicherheit verbessern könnte.
Bis dahin bleibt der Finanzierungsdruck hoch. SoftBank steht zudem vor einer Frist im März 2027, bis zu der ein Brückenkredit über 40 Milliarden Dollar zurückgezahlt werden muss, der die OpenAI-Investition mitfinanziert hat. Der neue Margin-Loan über 10 Milliarden Dollar wäre ein weiterer Baustein, um diesen Verpflichtungen gerecht zu werden — vorausgesetzt, die überarbeitete Struktur mit Konzerngarantie überzeugt die Kreditgeber diesmal endgültig.
SoftBank-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue SoftBank-Analyse vom 02. Juli liefert die Antwort:
Die neusten SoftBank-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für SoftBank-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 02. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
