Die Aktie von SoftBank erlebte einen turbulenten Handelstag. Während der TOPIX ein Rekordhoch erreichte, geriet der Nikkei 225 unter Druck — getrieben von Gewinnmitnahmen bei Technologie- und Halbleiterwerten. SoftBank zählte zu den größten Verlierern im japanischen Leitindex.
Der Kurs notiert aktuell bei 33,10 Euro, ein Mini-Plus von 0,26 Prozent zum Freitagsschluss. Die Erleichterung ist dünn. Auf Monatssicht summiert sich das Minus auf fast 12 Prozent. Der RSI von 44,1 signalisiert Abkühlung. Die annualisierte Volatilität von 104 Prozent zeigt: Die Schwankungen bleiben extrem.
Strategische Wende in den USA
Mitten im Kurschaos treibt SoftBank den Umbau voran. Die neue US-Tochter SB Neo mit Sitz in Delaware soll ab 2027 Rechenleistung für KI-Anwendungen anbieten. 51 Prozent hält die operative SoftBank Corp, 49 Prozent die Holding. Das Ziel: KI-Infrastruktur auf 10-Gigawatt-Niveau aufbauen.
Damit wandelt sich SoftBank vom Risikokapitalgeber zum direkten Anbieter von KI-Hardware und -Dienstleistungen. Ein riskanter, aber logischer Schritt.
OpenAI als Schicksalsfaktor
Die größte Wette bleibt OpenAI. SoftBank hält rund 13 Prozent an dem KI-Unternehmen, das nach einer Finanzierungsrunde mit 852 Milliarden Dollar bewertet wird. OpenAI bereitet offenbar einen vertraulichen Börsengang vor — möglicherweise noch 2026.
Gleichzeitig schwebt eine politische Lösung: CEO Sam Altman will der US-Regierung fünf Prozent an OpenAI anbieten, bewertet mit etwa 42,6 Milliarden Dollar. Das Ziel: regulatorische Risiken entschärfen.
SoftBanks Nettoschulden liegen bei rund 76,4 Milliarden Dollar. Die Kern-Assets dominieren weiter der 90-Prozent-Anteil an Arm (über 100 Milliarden Dollar) sowie die Vision-Fonds.
CEO Masayoshi Son setzt alles auf eine Karte: „Project Izanagi“, eine 100-Milliarden-Dollar-Initiative für spezialisierte KI-Chips. Der Ausverkauf der letzten Alibaba-Anteile läuft parallel. Die Frage ist nicht, ob SoftBank sich neu erfindet, sondern ob es gelingt, bevor die Schuldenlast erdrückt.
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