SoftBank macht Batterien. Wer das zum ersten Mal liest, reibt sich kurz die Augen. Denn bislang kannte man den japanischen Investmentkonzern als Wagniskapitalgeber, Telekomriesen, Vision-Fund-Betreiber und zuletzt als glühenden KI-Enthusiasten. Nun also Energiespeicher, produziert in einer ehemaligen Sharp-Fabrik in Sakai City, Osaka.
Nicht irgendein Projekt
SoftBank Corp., der Telekommunikationsarm des Konzerns, hat am Montag angekündigt, gemeinsam mit dem südkoreanischen Batteriespezialisten Cosmos Lab und dem KI-Unternehmen DeltaX großformatige Batteriezellen und Energiespeichersysteme zu bauen. Auf dem Fabrikgelände entsteht demnach nicht nur eine Batterieproduktion, sondern auch ein KI-Rechenzentrum und eine KI-Hardware-Fabrik. Das Ganze nennt sich intern GX Factory und AX Factory.
Die Produktionsziele sind konkret: Ab dem Geschäftsjahr 2027 soll die Fertigung anlaufen, Massenproduktion im Gigawattstunden-Maßstab ist für das Folgejahr geplant. Bis zum Geschäftsjahr 2030 peilt SoftBank Corp. einen Jahresumsatz von mehr als 100 Milliarden Yen an, das sind rund 638 Millionen Dollar.
Zink kann was, oder?
Technologisch setzt SoftBank auf sogenannte Zink-Halogen-Batteriezellen, die Cosmos Lab gemeinsam mit SoftBank weiterentwickeln soll. DeltaX steuert Designs für Hochleistungsspeicher mit hoher Energiedichte bei. Ob diese Technologie wirklich Serienreife erreicht, bevor die Konkurrenz aus China und Korea den Markt längst unter sich aufgeteilt hat, das ist die eigentliche Frage. Details nannte das Unternehmen dazu nicht.
SoftBank Group Corp. Aktie Chart
KI als roter Faden
Der Schritt passt in ein größeres Bild. SoftBank hat bis zu 35 Milliarden Dollar in OpenAI investiert, beteiligt sich mit 500 Millionen Dollar am Stargate-KI-Infrastrukturprojekt und gründet gerade das neue Unternehmen Roze AI, das sich auf KI-Infrastruktur und Robotik konzentriert. Die Batterien sollen zunächst die eigenen KI-Rechenzentren versorgen, mittelfristig soll das Geschäft auf Industrie- und Netzanwendungen in Japan ausgeweitet werden, mit möglicher Expansion ins Ausland.
Masayoshi Son wettet also nicht nur auf KI-Software und -Chips. Er will die gesamte Versorgungskette besitzen, vom Strom bis zum Modell. Ob das aufgeht, zeigen die nächsten drei Geschäftsjahre. Oder auch nicht.
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