Die SoftBank-Tochter PayPay feiert heute ihr Debüt an der US-Technologiebörse Nasdaq und sorgt für den größten US-Börsengang eines japanischen Unternehmens seit einem Jahrzehnt. Doch der Geldregen kommt für den Mutterkonzern zu einem kritischen Zeitpunkt. Kann die dringend benötigte Liquidität die wachsenden Sorgen um SoftBanks massive Schuldenlast im KI-Sektor dämpfen?
Größter US-Börsengang seit Jahren
Mit einem Emissionsvolumen von knapp 880 Millionen US-Dollar setzt der Börsengang von PayPay ein wichtiges Signal. Der Ausgabepreis von 16 US-Dollar pro Anteilsschein blieb jedoch unter der anvisierten Spanne von 17 bis 20 Dollar. Verantwortlich für den verhaltenen Preis waren vor allem die eskalierenden Spannungen im Nahen Osten, die das Marktumfeld kurzfristig belasteten.
Dennoch erreicht der digitale Zahlungsdienstleister zum Handelsstart eine beachtliche Marktkapitalisierung von rund 10,7 Milliarden Dollar. Die Transaktion, bei der namhafte Investoren wie Visa und die Abu Dhabi Investment Authority Interesse zeigten, soll bereits morgen offiziell abgeschlossen werden.
Milliardenschulden für die KI-Vision
Die frische Liquidität kommt für SoftBank wie gerufen. Der japanische Technologiekonzern verhandelt derzeit über einen Rekordkredit in Höhe von 40 Milliarden Dollar, um seine massiven Investitionen in OpenAI zu finanzieren. Diese aggressive Expansionsstrategie fordert jedoch ihren Tribut: Die Kosten für die Absicherung gegen Kreditausfälle (Credit Default Swaps) erreichten kürzlich den höchsten Stand seit elf Monaten. Die Ratingagentur S&P senkte zudem den Ausblick auf „negativ“ und warnte, dass die Wiederherstellung der Portfolio-Liquidität länger dauern könnte als erwartet.
Zusätzlichen Druck erzeugte das vorläufige Aus für das „Stargate“-Projekt. Nachdem Oracle und OpenAI die Pläne für ein gigantisches KI-Rechenzentrum in Texas verwarfen, rutschte die SoftBank-Aktie zeitweise um 12,5 Prozent auf den tiefsten Stand seit vergangenem August ab. Zusammen mit der Beteiligung an Arm machen die KI-Investments mittlerweile rund 65 Prozent des Nettoinventarwerts von SoftBank aus.
Gewinnsprung durch Bewertungseffekte
Trotz der wachsenden Schuldenlast präsentiert SoftBank auf dem Papier starke Zahlen. Für die ersten neun Monate des bis Dezember 2025 laufenden Geschäftsjahres meldete der Konzern einen Nettogewinn von 3,17 Billionen Yen (etwa 20,7 Milliarden Dollar) – eine Verfünffachung gegenüber dem Vorjahr. Ein Großteil dieses Gewinns resultiert jedoch aus nicht realisierten Buchgewinnen und weniger aus dem operativen Cashflow. Solide operative Ergebnisse liefert hingegen die Telekommunikationstochter, die ihre Jahresprognose nach einem Rekordgewinn anheben konnte.
Um die Vision der „physischen KI“ weiter voranzutreiben, kündigte SoftBank zudem die Übernahme der Robotik-Sparte von ABB für knapp 5,4 Milliarden Dollar an. Der Abschluss dieser Transaktion wird für die zweite Jahreshälfte 2026 erwartet. Mit dem PayPay-Börsengang hat SoftBank zwar kurzfristig Kapital freigesetzt, doch die weitere Kursentwicklung hängt nun maßgeblich davon ab, wie der Konzern seine enormen KI-Ambitionen mit einer soliden Schuldenfinanzierung in Einklang bringt.
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