Auf dem Gelände einer ehemaligen Urananreicherungsanlage im ländlichen Ohio entsteht eines der größten KI-Infrastrukturprojekte der Welt. SoftBank und das US-Energieministerium haben den Startschuss für den sogenannten PORTS Technology Campus gegeben — ein Vorhaben, das die Ambitionen von Masayoshi Son in Beton und Stahl gießt.
Was in Piketon geplant ist
Das Herzstück des Projekts ist ein Rechenzentrum mit einer Kapazität von 10 Gigawatt, ergänzt durch bis zu 10 Gigawatt eigene Stromerzeugung — davon 9,2 Gigawatt aus Erdgas. Die Anlage entstand ursprünglich in den 1950er-Jahren und produzierte einst hochangereichertes Uran für das US-Atomwaffenprogramm und die Marine.
Bloomberg schätzt das Investitionsvolumen allein für den Rechenzentrumsanteil auf 30 bis 40 Milliarden Dollar. SoftBank-Chef Son hatte das Gesamtprojekt bereits mit 500 Milliarden Dollar beziffert — eine Zahl, die selbst nach Maßstäben der KI-Infrastrukturwelle außergewöhnlich ist.
Die politische Rückendeckung ist bemerkenswert: Energieminister Chris Wright, Handelsminister Howard Lutnick und Innenminister Doug Burgum reisten persönlich nach Piketon. Das Projekt ist Teil eines US-japanischen Handels- und Investitionsabkommens aus der Trump-Ära, das japanische Mittel in Höhe von 33,3 Milliarden Dollar für die Gasstromerzeugung vorsieht.
Infrastruktur als Kernstrategie
SoftBank investiert über seine Tochter SB Energy gemeinsam mit AEP Ohio 4,2 Milliarden Dollar in neue Übertragungsleitungen in Südohio — laut Energieministerium ohne Auswirkungen auf die Strompreise der Verbraucher.
Das Projekt fügt sich in SoftBanks breitere KI-Strategie ein. Der Konzern hält rund 11 Prozent an OpenAI und ist gemeinsam mit OpenAI und Oracle am Stargate-Projekt beteiligt, das großflächige US-Rechenzentrumskapazitäten für KI aufbauen soll. Ein Standort im Mittleren Westen war dabei bereits angekündigt worden.
Neben Rechenkapazität soll der Campus auch Forschung in Bereichen wie Fusionsenergie, Quantencomputing und nationaler Sicherheit beherbergen. Überschüssiger Strom soll ins regionale Netz eingespeist werden.
Widerstand aus der Region
Nicht alle begrüßen das Vorhaben. Kurz vor der Ankündigung reichte eine Gruppe ländlicher Ohio-Bewohner eine Petition ein, um ein Verfassungsverbot für Mega-Rechenzentren auf den Stimmzettel zu bringen. Umweltbedenken treiben die Gegner an — ein Konflikt, der mit dem Baustart 2026 an Schärfe gewinnen dürfte.
Ob SoftBank die logistischen und politischen Hürden eines solchen Mammutprojekts meistert, wird sich spätestens zeigen, wenn aus Ankündigungen operative Realität werden muss.
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