SoftBank Group hat am Freitag eine Kreditfazilität über 40 Milliarden Dollar abgeschlossen, um seine Investitionen in den ChatGPT-Entwickler OpenAI zu finanzieren. Die japanische Investmentgesellschaft unter Gründer Masayoshi Son nimmt damit eine deutlich höhere Verschuldung in Kauf, während sie ihre bisher größte Wette auf künstliche Intelligenz fortsetzt. Die Aktie des Unternehmens hat sich im vergangenen Jahr an der Tokioter Börse nahezu verdoppelt, was darauf hindeutet, dass Investoren die aggressive KI-Strategie bislang honorieren.
Kreditkonstruktion mit kurzem Zeithorizont
Der unbesicherte Kredit läuft bis März 2027 und wurde von einem Konsortium aus JPMorgan Chase, Goldman Sachs, Mizuho Bank, Sumitomo Mitsui Banking und MUFG Bank arrangiert. SoftBank plant, die Mittel teilweise durch den Verkauf bestehender Vermögenswerte zurückzuzahlen. Die 40 Milliarden Dollar sollen die im Februar angekündigte Folgeinvestition von 30 Milliarden Dollar in OpenAI finanzieren, die Teil einer 110-Milliarden-Dollar-Finanzierungsrunde war.
Diese Vorgehensweise ist nicht neu für SoftBank. Bereits in den letzten drei Monaten des Jahres 2025 nahm das Unternehmen 27 Milliarden Dollar Schulden auf, um eine 22,5-Milliarden-Dollar-Investition in OpenAI im Dezember zu stemmen. Gleichzeitig verkaufte die Gesellschaft T-Mobile-Aktien im Wert von über 3,5 Milliarden Dollar und liquidierte ihre Nvidia-Beteiligung für 5,8 Milliarden Dollar, um Liquidität freizusetzen.
SoftBank Corp. Aktie Chart
Vision Fund zwischen Hoffnung und Risiko
Die Gesamtinvestitionen von SoftBank in OpenAI belaufen sich nun auf über 64 Milliarden Dollar, wenn man die jüngste Zusage hinzurechnet. Für Son, der für seinen außergewöhnlich hohen Risikoappetit bekannt ist, stellt dies die größte Einzelwette seiner Karriere dar. Die OpenAI-Beteiligungen werden über den Vision Fund 2 abgewickelt, der in der Vergangenheit zwischen erheblichen Gewinnen und schweren Verlusten schwankte.
SoftBank ist zudem am Stargate-Projekt beteiligt, das bis zu 500 Milliarden Dollar über vier Jahre in KI-Infrastruktur in den USA investieren will. Son hatte im Dezember 2024 zusammen mit dem damaligen designierten Präsidenten Donald Trump angekündigt, 100 Milliarden Dollar in KI und verwandte Infrastruktur in den Vereinigten Staaten zu stecken.
Wie nachhaltig diese Verschuldungsstrategie ist, lässt sich noch nicht abschließend beurteilen. Die kurze Laufzeit des Kredits bis 2027 setzt SoftBank unter Druck, entweder schnell Vermögenswerte zu veräußern oder eine Anschlussfinanzierung zu finden. Anleger dürften genau beobachten, wie sich die Bewertung von OpenAI entwickelt und ob sich Sons Vertrauen in die generative KI auszahlt.
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