SoftBank geht All-in bei Künstlicher Intelligenz. Masayoshi Son baut den Konzern radikal zum Infrastruktur-Giganten um. Anleger reagieren zunehmend nervös auf die gewaltigen Kosten. Der Freitag brachte die Quittung.
Gigantische Pläne in Europa
SoftBank plant eine massive Expansion. Bis zu 75 Milliarden Euro sollen in französische KI-Rechenzentren fließen. Das Ziel: Frankreich als europäischen Hub zu etablieren. Allein der erste Projektabschnitt umfasst ein Volumen von 45 Milliarden Euro.
Kreditgeber zeigen sich angesichts dieser Summen zurückhaltend. Parallel dazu gibt es Berichte über Schwierigkeiten bei der Finanzierung. Einige Banken lehnen es offenbar ab, Kredite gegen SoftBanks Anteile an OpenAI zu besichern. Das erhöht den Druck auf die Liquidität.
Japanische Allianz für Robotik
In Japan beteiligt sich SoftBank an einer nationalen Kraftanstrengung. Das Unternehmen gehört zu den 44 Partnern des staatlich geförderten Projekts „Noetra“. Hier soll ein Basismodell für physische KI entstehen. Die Initiative verfügt im ersten Jahr über ein Budget von rund 2,3 Milliarden Dollar.
Die Pläne sind kostspielig. Noetra beabsichtigt den Kauf von 27.500 Hochleistungschips von Nvidia. Das verstärkt das Narrativ massiver Ausgaben, die SoftBank derzeit stemmen muss. Anleger fürchten eine zu hohe Verschuldung.
Die Bewertungslücke
An der Börse hinterlassen die hohen Investitionen Spuren. Die Aktie verlor allein am Freitag 5,65 Prozent an Wert. Der Kurs sank damit auf 29,30 Euro. Innerhalb eines Monats summiert sich das Minus auf über 17 Prozent.
Der Markt zweifelt an der schnellen Monetarisierung der KI-Vision. Die Hoffnung auf einen baldigen Börsengang von OpenAI schwindet. Berichte über eine Verschiebung des IPOs auf das Jahr 2027 belasten die Stimmung zusätzlich. Ein wichtiger Kurstreiber fällt damit vorerst weg.
In den kommenden Wochen fokussiert sich der Markt auf die Finanzierungskonditionen für die Großprojekte. SoftBank muss beweisen, dass die Expansion ohne eine gefährliche Überdehnung der Bilanz möglich ist. Fortschritte bei den Kreditverhandlungen für die Rechenzentren in Frankreich könnten hier für Entlastung sorgen.
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