Masayoshi Son plant das größte Infrastrukturprojekt in der Geschichte der Künstlichen Intelligenz. Im US-Bundesstaat Ohio soll ein Rechenzentrum-Hub entstehen, der neue Maßstäbe für die Branche setzt. Der visionäre SoftBank-Chef zielt dabei direkt auf die Rechenbedürfnisse von OpenAI ab.
Nvidia stützt den Gigantismus
Der geplante Komplex in Ohio soll eine Leistung von zehn Gigawatt erreichen. Die geschätzten Gesamtkosten belaufen sich auf 500 Milliarden Dollar. Um dieses Kapital zu sichern, verhandelt SoftBank parallel dazu mit Nvidia über eine Kreditgarantie von rund 250 Milliarden Dollar.
Diese Partnerschaft verdeutlicht eine kreislauforientierte Finanzstrategie. Nvidia unterstützt die Finanzierung genau jener Infrastruktur, die später die eigenen High-End-Chips abnehmen wird. SoftBank festigt damit seine Rolle als zentraler Akteur in der KI-Lieferkette.
Zudem baut der Konzern seine Beteiligung an OpenAI massiv aus. Über den Vision Fund 2 flossen bereits zwei Tranchen von jeweils 10 Milliarden Dollar an das KI-Unternehmen. Eine dritte Zahlung in gleicher Höhe steht für Oktober im Kalender.
Einstieg in die physische Robotik
SoftBank blickt über reine Datenzentren hinaus auf die sogenannte „Physische KI“. In diesem Zusammenhang steht die Übernahme des Schweizer Startups Gravis Robotics im Raum. Der Deal für den Spezialisten für autonome Baumaschinen wird mit über 500 Millionen Dollar bewertet.
Das Ziel ist ein integriertes Ökosystem. SoftBank will die Zürcher Firma in die neue Holding-Gesellschaft Roze eingliedern. Dort sollen künftig verschiedene Robotik-Assets gebündelt werden. Eine spätere Börsennotierung dieser Einheit in den USA ist bereits angedacht.
Rekordgewinn trifft auf Marktskepsis
Trotz dieser ehrgeizigen Pläne reagieren die Anleger an der Börse nervös. Die Aktie verlor zuletzt deutlich an Boden und korrigierte innerhalb von 30 Tagen um rund 15,56 Prozent. Am Freitag schloss das Papier bei 29,30 Euro.
Investoren blicken kritisch auf die steigende Verschuldung, die für die Finanzierung der milliardenschweren Vorhaben nötig ist. Aktuell läuft eine Syndizierung für einen Brückenkredit über 40 Milliarden Dollar. Dieser soll die Partnerschaft mit OpenAI und die erste Bauphase in Ohio absichern.
Das finanzielle Fundament bleibt jedoch solide. Dank der starken Performance von Arm Holdings verfügt SoftBank über liquide Mittel von rund 3,5 Billionen Yen. Das Management hält zudem an einer moderaten Verschuldungsquote von 17 Prozent fest. Neue Details zur Strategie folgen mit der Vorlage der Quartalszahlen im August.
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