Masayoshi Sons Vision einer KI-Revolution gerät ins Wanken. Während der japanische Tech-Milliardär massiv in künstliche Intelligenz investiert, ziehen Investoren an der Börse die Reißleine. Die SoftBank-Aktie verlor allein am Mittwoch fast zehn Prozent an Wert.
Innerhalb eines Monats büßte das Papier damit rund 25 Prozent ein. Auslöser ist die Ernüchterung im globalen Sektor für künstliche Intelligenz. Schwache Quartalsberichte von US-Schwergewichten wie Alphabet wecken Zweifel an der Profitabilität massiver Infrastruktur-Investitionen. Als wichtiger Geldgeber der Branche reagiert SoftBank besonders empfindlich auf diesen Stimmungsumschwung.
Riskante Abhängigkeiten im Fokus
Die Bewertung des Konzerns hängt massiv von zwei Faktoren ab: dem Chip-Designer Arm und dem ChatGPT-Entwickler OpenAI. Marktbeobachter warnen vor wachsenden Klumpenrisiken im Portfolio. Die gesamte finanzielle Zusage an OpenAI wird voraussichtlich die Marke von 60 Milliarden Dollar überschreiten.
Parallel zum Kursverfall baut Son das Imperium weiter aus. Die US-Behörde FCC genehmigte den Kauf des Internetanbieters WideOpenWest. SoftBank will so eine eigene Infrastruktur aus Rechenzentren und Breitbandnetzen schaffen. Der Konzern wandelt sich damit immer mehr vom reinen Finanzinvestor zum Infrastrukturbetreiber.
Milliarden-Kredit für KI-Wette
SoftBank sicherte sich für die OpenAI-Anteile einen Brückenkredit über 40 Milliarden Dollar. Insgesamt 21 neue Geldgeber beteiligen sich an diesem Darlehen. Diese breite Unterstützung durch Banken signalisiert zwar Vertrauen in die Kreditwürdigkeit, schützt den Aktienkurs aber nicht vor der Sektor-Volatilität.
Hinzu kommt ein massives Direktinvestment. SoftBank zahlte kürzlich 10 Milliarden Dollar als zweite Tranche eines geplanten 30-Milliarden-Dollar-Pakets an OpenAI. Diese hohen Summen binden Kapital in einem Marktumfeld, das Wachstumswerte derzeit kritisch hinterfragt.
Im August 2026 legt der Konzern neue Quartalszahlen vor. Diese Berichte geben Aufschluss darüber, wie stark die hohen Finanzierungskosten den Nettoinventarwert belasten. Mit einem RSI von 30,7 nähert sich die Aktie technisch einer überverkauften Zone.
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