SoftBank: 30 Milliarden Dollar für OpenAI

SoftBank fokussiert sich auf KI-Infrastruktur: Batteriefertigung geplant, Milliarden für OpenAI. Die Aktie steigt, bleibt aber hochvolatil.

Auf einen Blick:
  • Batterie-Joint-Venture mit Cosmos Lab
  • Bis zu 30 Milliarden für OpenAI
  • Kursplus von 17,66 Prozent in Woche
  • Hohe Volatilität von 75,87 Prozent

SoftBank baut sich neu. Weg vom reinen Wetten auf Software-Startups, hin zum Fundament der KI-Revolution selbst. Die Aktie schloss gestern bei 31,65 Euro, ein Plus von 2,10 Prozent — und dieser Sprung könnte mehr sein als eine kurze Erholung. Er markiert für mich den Punkt, an dem der Markt beginnt, eine handfestere Strategie einzupreisen.

Batterien statt nur Beteiligungen

Der Konzern verlässt die reine Rolle des Geldgebers für Software-Startups. Es geht jetzt um die physische und energetische Basis der KI-Revolution. Ein neu angekündigtes Gemeinschaftsunternehmen mit Cosmos Lab und DeltaX zur Batterieproduktion in Japan zeigt diesen Kurswechsel deutlich.

Die Produktion soll im Geschäftsjahr bis März 2028 anlaufen. Bis zum Ende des Jahrzehnts peilt das Bündnis einen Jahresumsatz von über 100 Milliarden Yen an. Die Batterien sind für KI-Rechenzentren und das Stromnetz gedacht — genau der Engpass, der die Skalierung großer Sprachmodelle aktuell bremst. Für mich ist das der eigentliche Kern der neuen SoftBank-Story: Wer die Energie liefert, verdient am Boom mit, egal wer am Ende das beste Modell baut.

Die Milliarden-Wette auf OpenAI und Stargate

Beim Kapitaleinsatz bleibt SoftBank in einer eigenen Liga. Berichten zufolge ist der Konzern bereit, bis zu 30 Milliarden Dollar in OpenAI zu stecken, dazu kommen 5 Milliarden Dollar für das Stargate-Projekt. Diese Aggressivität spricht für ein Zukunftsbild, in dem SoftBank nicht nur Teilnehmer im KI-Rennen ist, sondern Vermieter und Versorger zugleich.

Die Verbindung zu Arm Holdings liefert dafür das technische Rückgrat. SoftBank hält rund 90 Prozent an dem Chipdesigner. Zwar gab die Arm-Aktie am Mittwoch um 3,15 Prozent nach — die Nachfrage nach Arm-CPUs in Großrechenzentren, etwa bei Microsofts Cobalt-Chip oder AWS Graviton, bleibt aus meiner Sicht dennoch eine tragende Säule der SoftBank-Bewertung. Ein einzelner schwacher Handelstag ändert daran wenig.

Volatil, aber mit Rückenwind

Die jüngste Kursbewegung zeigt ein Unternehmen mitten in einer steilen Erholung. Über sieben Tage steht ein Plus von 17,66 Prozent zu Buche, deutlich mehr als die 3,77 Prozent der letzten 30 Tage. Das deutet auf einen frischen Stimmungsumschwung hin, wahrscheinlich getrieben von der verbesserten Wachstumsstory rund um KI.

Wer bei SoftBank einsteigt, muss dennoch mit Ausschlägen leben: Die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei 75,87 Prozent — SoftBank bleibt damit einer der unruhigsten Large-Cap-Werte überhaupt. Der Markt wartet erkennbar auf den nächsten Impuls, vermutlich die für diese Woche erwarteten Quartalszahlen.

Mein Fazit: vorsichtig bullisch

Unterm Strich überwiegen für mich die Chancen, auch wenn die Risiken real bleiben. Die außerbilanziellen Leasingverpflichtungen und Schuldenberge der gesamten „Big Tech“-Branche sind ein makroökonomisches Risiko für jedes KI-nahe Unternehmen — SoftBank eingeschlossen. Gleichzeitig positioniert sich der Konzern genau dort, wo er von den hohen Ausgaben seiner Konkurrenten profitiert, statt nur unter deren Bilanzlast zu leiden.

Mit einer Marktkapitalisierung von 171,53 Milliarden Euro ist SoftBank längst mehr als ein Stellvertreter für Tech-Startups. Der Konzern wird zur Wette auf die physische Realität der KI. Ob die Erlöse aus Batteriegeschäft und KI-Hardware am Ende die Risiken von Masayoshi Sons Vorliebe für hohe Fremdfinanzierung aufwiegen, bleibt die entscheidende Rechnung — spannend wird vor allem, wie schnell sich diese Infrastrukturwetten von der Planung in echte Erträge verwandeln.

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