Die SoftBank Group treibt ihre Finanzierungspläne zur Unterstützung massiver Investitionen in Künstliche Intelligenz (KI) mit hoher Schlagzahl voran. Gestern wurde durch Berichte von Bloomberg bekannt, dass der japanische Technologiekonzern einen Kredit in Höhe von 10 Milliarden US-Dollar anstrebt.
Diese Maßnahme ist Teil einer umfassenden Strategie, um die Kapitalbasis für Beteiligungen im KI-Sektor zu stärken, wobei insbesondere der ChatGPT-Entwickler OpenAI im Fokus steht.
Fokus auf OpenAI und Rekordanleihen
Der geplante Kredit hat eine Laufzeit von zwei Jahren und wird unter der Führung der Mizuho Bank als Lead Arranger organisiert. Die Zinsmarge soll laut Medienberichten rund 275 Basispunkte über dem Referenzzinssatz SOFR liegen.
Die Mittel dienen primär der Refinanzierung von Verbindlichkeiten, die im Zuge der Beteiligung an OpenAI entstanden sind. Parallel dazu führt das Unternehmen Gespräche mit Investmentbanken über eine weitere Anleiheemission im Volumen von 10 bis 20 Milliarden US-Dollar.
Bereits am Montag bestätigte das Unternehmen in einer Pflichtmitteilung Pläne für eine Rekordanleihe auf dem japanischen Heimatmarkt. Mit einem Volumen von einer Billion Yen, was etwa 6,3 Milliarden US-Dollar entspricht, handelt es sich um die größte jemals von einem japanischen Emittenten begebene Privatkunden-Anleihe. Diese siebenjährigen Papiere sollen am 4. September bepreist werden, wobei die Zinsspanne indikativ mit 4,3 % bis 4,9 % angegeben wurde.
Diese massiven Kapitalaufnahmen erfolgen in einem schwierigen Umfeld für Technologieinvestitionen. Am 18. August geriet die Aktie unter Druck, nachdem steigende Renditen für japanische Staatsanleihen die Refinanzierungskosten für KI-Infrastrukturprojekte verteuert hatten. Die Rendite der zehnjährigen Staatsanleihen erreichte den höchsten Stand seit 1996, was die Wirtschaftlichkeit kapitalintensiver Expansionspläne unmittelbar beeinflusst.
Bilanz und Ausblick der Konzernführung
Die finanzielle Lage des Konzerns wurde Anfang August durch die Veröffentlichung der Ergebnisse für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2026 verdeutlicht.
In den drei Monaten bis Ende Juni verzeichnete SoftBank einen Gewinnrückgang um 18 % auf 347,3 Milliarden Yen, umgerechnet rund 2,2 Milliarden US-Dollar. Zwar stieg der Quartalsumsatz um fast 11 % auf zwei Billionen Yen, doch höhere Betriebskosten kompensierten die Zuwächse aus den Investmentportfolios.
CFO Yoshimitsu Goto betonte bei der Vorstellung der Zahlen, dass sich die Geschäfte der Halbleitertochter Arm positiv entwickelten. Zudem habe SoftBank bereits 20 Milliarden US-Dollar in OpenAI investiert und plane im laufenden Geschäftsjahr weitere Engagements.
Neben den Finanzierungsaktivitäten gab das Unternehmen gestern zudem bekannt, dass sich der Abschluss des Erwerbs von Anteilen an der Tochtergesellschaft LINE MAN CORPORATION PTE. LTD. zeitlich verschieben wird.
Am gestrigen Freitag schloss die Aktie der SoftBank Group bei 27,51 Euro, was einem Rückgang von 2,4 % entspricht. Trotz der jüngsten Volatilität und der Skepsis bezüglich der hohen Verschuldung weist das Papier über einen Zeitraum von 30 Tagen ein Plus von 12 % auf.
Unterstützung erhielt der Wert zudem am 12. August durch die Analysten von Goldman Sachs, die das Rating von „Neutral“ auf „Buy“ anhoben. Als Grund nannten sie einen verbesserten Gewinnblick, der durch Wachstum in den Bereichen KI, Werbung und Finanzdienstleistungen getragen wird.
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