Ein Quartalsbericht, der auf den ersten Blick uneinheitlich wirkt und trotzdem die Anleger begeistert: Sodexo hat im dritten Geschäftsquartal mehr Umsatz erwirtschaftet als erwartet und die Jahresprognose angehoben — während die Marge unangetastet bleibt. Genau diese Kombination aus Wachstumssprung und vorsichtiger Zurückhaltung bei der Profitabilität sorgt für Gesprächsstoff.
Der französische Catering- und Facility-Management-Konzern setzte im dritten Quartal 6,2 Milliarden Euro um, organisch wuchs das Geschäft um 2 Prozent — mehr als vom Management selbst erwartet. Entsprechend hob Sodexo die Jahresprognose für das organische Umsatzwachstum auf 1,2 bis 1,5 Prozent an, nach zuvor 0,5 bis 1,0 Prozent.
Sodexo Live! als Wachstumstreiber
Den größten Schub lieferte die Eventsparte Sodexo Live! in Nordamerika mit einem organischen Plus von mehr als 15 Prozent, angetrieben von vollen Sportarenen, dem Convention Center in Los Angeles und wachsendem Geschäft an Flughafen-Lounges. Die Region „Rest of World“ legte um 10,6 Prozent zu, getragen von neuen Projekten im Energie- und Rohstoffgeschäft. Europa kam dagegen nur auf 0,6 Prozent, gebremst durch ausgelaufene Großverträge und schwächere Eventaktivität.
Nordamerika insgesamt zeigte auf den ersten Blick ein mageres Bild mit minus 0,1 Prozent organischem Wachstum. Rechnet man den Effekt einer Vertragsumklassifizierung heraus, ergibt sich jedoch ein Plus von 2,2 Prozent. Der Bereich Gesundheit und Senioren entwickelte sich mit 7,8 Prozent weiterhin robust.
Bildungssegment bleibt Schwachpunkt
Weniger rund läuft es im Bildungsbereich, vor allem in den USA. Die laufende Vertriebssaison bezeichnete das Management als weiterhin enttäuschend, auch wenn die Sichtbarkeit inzwischen hoch ist und das Ergebnis etwas besser ausfallen dürfte als im Vorjahr. Neue Führungskräfte für das Bildungsgeschäft sollen die Kundenbindung verbessern und die Weichen für die Vertriebssaison 2027 stellen.
Trotz der angehobenen Umsatzprognose beließ Sodexo die operative Margenspanne unverändert bei 3,2 bis 3,4 Prozent. Als Begründung nannte das Management verschiedene bewegliche Teile im Geschäft — etwa Zeitpunkte von Vertragsstarts und -enden sowie das Investitionstempo, die trotz besserer Umsatzentwicklung noch keine Anpassung der Margenspanne rechtfertigen.
Die Börse reagierte deutlich: Die Aktie legte um 7,16 Prozent zu, das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei 17,37. Für einkommensorientierte Anleger dürfte zudem die Dividendenrendite von 5,43 Prozent interessant sein, gestützt auf eine seit 25 Jahren ununterbrochene Ausschüttungshistorie.
Für das vierte Quartal rechnet das Management mit einem „moderat positiven“ Wachstum, gebremst durch anspruchsvollere Vergleichswerte aus dem starken Vorjahresquartal im nordamerikanischen Energie- und Rohstoffgeschäft. Am 16. Juli lädt Sodexo zu einem Investorentag nach Paris, bei dem die mittelfristige Strategie und der Fahrplan zur Umsetzung vorgestellt werden sollen.
Sodexo-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Sodexo-Analyse vom 02. Juli liefert die Antwort:
Die neusten Sodexo-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Sodexo-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 02. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
