Die französische Großbank Société Générale trennt sich von ihren Aktivitäten in Ghana und setzt damit den strategischen Rückzug aus ausgewählten afrikanischen Märkten fort. Das Institut hat eine Vereinbarung über die Veräußerung seiner gesamten Beteiligung von 60,22 Prozent an der Société Générale Ghana getroffen.
Aufteilung der Anteile und Vorbehalte
Käufer des Aktienpakets sind die marokkanische Attijariwafa Bank sowie der ghanaische Pensionsfonds SSNIT. Die Attijariwafa Bank soll 55,22 Prozent der Anteile übernehmen, während auf den SSNIT die verbleibenden 5 Prozent entfallen. Nach dem Vollzug wird das marokkanische Institut die Mehrheit halten und den operativen Betrieb, die Kundenportfolios sowie die Mitarbeiter weiterführen.
Ein Kaufpreis für das Paket wurde nicht veröffentlicht. Der Abschluss der Transaktion steht unter dem Vorbehalt der üblichen Genehmigungen durch die Aufsichts- und Börsenbehörden in Ghana und Marokko.
Ende einer 23-jährigen Marktpräsenz
Mit dem Verkauf endet für Société Générale ein mehr als zwei Jahrzehnte währendes Engagement in dem westafrikanischen Staat. Die Gruppe war 2003 durch die Übernahme der Social Security Bank nach Ghana gekommen. Vor Ort betreibt das Tochterinstitut ein Netz aus 40 Filialen und beschäftigt mehr als 500 Mitarbeiter.
Im Geschäftsjahr 2025 erwirtschaftete die ghanaische Tochter einen Nettobankertrag von 1,356 Milliarden GHS sowie einen Reingewinn von 397 Millionen GHS. Die Bilanzsumme belief sich zum Jahresende 2025 auf 9,7 Milliarden GHS.
Strategische Konzentration des Afrika-Geschäfts
Die Trennung von der ghanaischen Einheit fügt sich in die seit mehreren Jahren verfolgte Portfoliostrategie des Instituts ein. Société Générale hatte bereits 2023 Verkaufsvereinbarungen für Aktivitäten im Kongo, in Äquatorialguinea, im Tschad und in Mauretanien unterzeichnet. Zudem verkaufte der Konzern sein Geschäft in Marokko und kündigte Rückzüge aus Kamerun und Tunesien an.
Hintergrund dieser Desinvestitionen ist die Absicht, Kapital und Ressourcen auf Kernmärkte zu bündeln, in denen die Bank eine führende Marktposition verteidigen kann. Dazu zählen vor allem Länder wie die Elfenbeinküste und der Senegal.
An den Finanzmärkten stand der Titel des Pariser Bankhauses zuletzt unter Druck. Die Aktie von Société Générale schloss am Freitag bei 66,49 Euro. Damit liegt das Papier 22 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 84,77 Euro.
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