Noch vor wenigen Monaten hatte die Sorge vor der KI-Konkurrenz die Snowflake-Aktie ordentlich durchgeschüttelt. Jetzt dreht sich das Bild: Wells Fargo hebt sein Kursziel kräftig an und sieht im Cloud-Datenanbieter plötzlich einen der großen Profiteure der KI-Welle. Die Begründung liefert einen interessanten Perspektivwechsel.
Von der KI-Bedrohung zum KI-Gewinner
Wells Fargo bestätigte die Kaufempfehlung für Snowflake und schraubte das Kursziel von 320 auf 500 US-Dollar hoch — damit liegt die Bank nun an der Spitze aller Wall-Street-Prognosen. Der Analyst begründet den Schritt mit der wachsenden Nutzung intelligenter KI-Agenten, die die Datenausgaben von Unternehmenskunden spürbar beschleunige. Snowflake profitiere dabei doppelt: Das Unternehmen muss selbst keine milliardenschweren Summen in eigene KI-Modelle oder Rechenzentren stecken, kassiert aber an der wachsenden Nachfrage mit.
Das ist eine deutliche Kehrtwende gegenüber der Stimmung vom Jahresanfang. Damals fürchteten Investoren, dass generative KI klassische Software-as-a-Service-Modelle wie das von Snowflake unter Druck setzen könnte. Die Aktie verlor zeitweise mehr als 44 Prozent an Wert. Seit Jahresbeginn steht das Papier nun wieder mehr als 20 Prozent im Plus.
Bewertung bleibt Diskussionspunkt
Mit dem 127-Fachen der erwarteten Gewinne ist Snowflake alles andere als günstig bewertet. Wells Fargo hält das dennoch für gerechtfertigt und zieht Vergleiche zu anderen Cloud-Wachstumswerten wie Cloudflare und CrowdStrike, die mit noch höheren Multiples gehandelt werden. Die Einschätzung wird von einer breiten Front an der Wall Street geteilt: Von 52 beobachtenden Analysten empfehlen 46 die Aktie zum Kauf oder stufen sie als „Strong Buy“ ein.
Konkrete Termine liefern in den kommenden Wochen frisches Datenmaterial für diese optimistische These. Snowflake meldet die Zahlen zum zweiten Geschäftsquartal 2027 am 2. September 2026 nach US-Börsenschluss. Vorstandschef Sridhar Ramaswamy und Finanzchef Brian Robins treten zudem bei mehreren Investorenkonferenzen auf — darunter die Goldman-Sachs-Konferenz am 8. September und die Citi-TMT-Konferenz am 10. September. Spätestens dann zeigt sich, ob die beschleunigte KI-Nachfrage auch in den Auftragsbüchern ankommt.
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