Ein Quartalsbericht, der die Erwartungen klar übertrifft, und trotzdem bleibt die Aktie meilenweit von ihrem alten Niveau entfernt. Nach den Zahlen zum zweiten Quartal 2026 legte die Snap-Aktie kräftig zu — im nachbörslichen und frühen Handel summierten sich die Gewinne zeitweise auf rund 13 Prozent, der Kurs kletterte auf etwa 5,69 US-Dollar. Seit Jahresbeginn steht bei Snap allerdings immer noch ein Minus von rund 37 Prozent zu Buche.
Verlust schrumpft, Werbegeschäft zieht an
Der Umsatz stieg im zweiten Quartal um 19 Prozent auf 1,6 Milliarden US-Dollar und übertraf den Analystenkonsens von rund 1,54 Milliarden US-Dollar deutlich. Der Nettoverlust verringerte sich von 263 auf 164 Millionen US-Dollar, der Verlust je Aktie fiel mit 10 US-Cent kleiner aus als erwartet. Das bereinigte EBITDA schoss von 41 auf rund 250 Millionen US-Dollar hoch und lag damit weit über der Markterwartung von etwa 185 Millionen US-Dollar.
Treiber war vor allem das Werbegeschäft, das um 9 Prozent auf 1,28 Milliarden US-Dollar wuchs — angeschoben durch größere Werbekunden in Nordamerika und zusätzliche Ausgaben rund um die Fußball-Weltmeisterschaft. Der Umsatz außerhalb der Werbung sprang sogar um 85 Prozent auf 316 Millionen US-Dollar. Die täglich aktiven Nutzer legten um 5 Prozent auf 493 Millionen zu, wobei Nordamerika einen Rückgang verzeichnete und das Wachstum vor allem aus anderen Regionen kam.
Für das dritte Quartal stellt Snap einen Umsatz zwischen 1,70 und 1,74 Milliarden US-Dollar in Aussicht, leicht über dem Konsens. Beim bereinigten EBITDA rechnet der Konzern mit 300 bis 350 Millionen US-Dollar — der Mittelwert liegt damit knapp unter der Markterwartung von rund 330 Millionen US-Dollar. Restrukturierungskosten von etwa 129 Millionen US-Dollar belasteten das operative Ergebnis im Quartal, blieben im bereinigten EBITDA aber außen vor.
Kursziele zwischen 6 und 8 US-Dollar
Die Reaktionen der Analysten fallen unterschiedlich aus. Piper Sandler bestätigte seine neutrale Einstufung, hob aber nach dem Bericht seine Schätzungen an und nannte das Kursziel von 8,00 US-Dollar — deutlich über dem, was andere Häuser sehen. Goldman Sachs erhöhte sein Ziel auf 6,50 US-Dollar, Cantor Fitzgerald auf 6,00 US-Dollar. Canaccord Genuity und Susquehanna beließen es bei 6,00 US-Dollar und einer neutralen Bewertung, während Rosenblatt sein Ziel wegen der aus ihrer Sicht schwächeren Wachstumsdynamik im dritten Quartal auf 6,00 US-Dollar senkte.
Die Spanne zwischen 6 und 8 US-Dollar zeigt: Einigkeit über das Tempo der Erholung besteht am Markt derzeit nicht. Piper Sandler betonte zugleich, die Turnaround-Geschichte stecke noch in einer frühen Phase, die Fundamentaldaten würden sich aber sichtbar verbessern.
Ob sich die bessere Werbedynamik über den WM-Effekt hinaus fortsetzt, dürfte sich an der Umsetzung der Prognose für das dritte Quartal zeigen. Details zur ersten Datenbrille Specs will Snap bei einem Event am 16. September in Los Angeles nachliefern.
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