Trauma-Chirurgie ist Millimeterarbeit, besonders wenn Becken oder Hüftpfanne betroffen sind. Genau dort setzt Smith+Nephew mit einem neuen Produkt an, das komplexe Frakturoperationen vereinfachen soll.
Auf der Jahrestagung der Orthopaedic Trauma Association in Nashville hat das Unternehmen das EVOS PELVIC Plating System vorgestellt. Es erweitert die bestehende EVOS-Plattform um eine Komplettlösung speziell für Becken- und Acetabulum-Frakturen — jene Verletzungen, die Chirurgen wegen ihrer anatomischen Komplexität besonders fordern.
Ein Baukasten für schwierige Frakturen
Das System bündelt vorgeformte Platten für Hinterwand, Quadrilateralfläche und Symphyse, dazu verriegelbare und nicht verriegelbare Universalplatten sowie ein eigens entwickeltes kanüliertes Schraubensystem. Ergänzt wird das Ganze durch spezialisiertes Instrumentarium für Zugang, Repositionierung und Implantatplatzierung.
Nate Folkert, Präsident der Orthopädie-Sparte von Smith+Nephew, bezeichnet den Launch als wichtigen Baustein in der Weiterentwicklung des EVOS-Portfolios. Der an der Entwicklung beteiligte Chirurg Reza Firoozabadi von der University of Washington betont, das System solle auch technisch anspruchsvolle Eingriffe reproduzierbarer machen — von einfachen bis zu komplexen Becken- und Hüftpfannenbrüchen, bei Patienten jeden Alters und Knochenzustands.
Verfügbar ist das EVOS PELVIC System zunächst nur in den USA. Wann und in welchen weiteren Märkten das Produkt folgt, hat das Unternehmen offen gelassen.
Kontinuität statt Überraschung
Für Smith+Nephew reiht sich der Launch in eine Serie von Produktankündigungen im Orthopädie-Geschäft ein, das neben Sportmedizin/HNO und Wundmanagement eine der drei globalen Geschäftseinheiten des Konzerns bildet. Nennenswerte Kursreaktionen sind von einer Produktneuheit dieser Größenordnung nicht zu erwarten — echte Wachstumsimpulse liefert das Orthopädie-Segment eher über Marktanteilsgewinne im US-Traumamarkt als über einzelne Produktlaunches.
Auf der Messe in Nashville, die noch bis Donnerstag läuft, können Chirurgen das System am Stand des Unternehmens direkt begutachten. Ob daraus zügig Bestellvolumen entsteht, hängt vor allem davon ab, wie schnell US-Kliniken das neue System in bestehende OP-Protokolle integrieren.
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