Der Wechselrichter-Spezialist SMA Solar hat im ersten Halbjahr 2026 gezeigt, dass sich die harte Sanierung auszahlt. Während der Umsatz auf den ersten Blick stagnierte, verbesserte sich das Ergebnis deutlich, und der Auftragsbestand erreichte ein Rekordniveau. Für die Aktie, die zuletzt wieder anzog, liefert der Halbjahresbericht eine Reihe interessanter Signale.
Umsatz stabil, Ergebnis stark verbessert
Der Konzernumsatz lag mit 686,6 Millionen Euro nahezu auf Vorjahresniveau. Dabei ist eine Besonderheit zu beachten: US-Zollrückerstattungen in Höhe von 22,3 Millionen Euro mindern den ausgewiesenen Umsatz, da Erstattungen an Kunden als Umsatzschmälerung verbucht werden. Ohne diesen Effekt hätte der Erlös rund 709 Millionen Euro betragen.
Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen erreichte vor Sondereffekten 65,9 Millionen Euro, nach 50,3 Millionen Euro im Vorjahr. Einschließlich positiver Sondereffekte kletterte das EBITDA auf 88,3 Millionen Euro. Das Konzernergebnis drehte kräftig ins Plus auf 72,8 Millionen Euro, nach einem Verlust von 42,4 Millionen Euro ein Jahr zuvor.
Zwei Divisionen, zwei Geschwindigkeiten
Innerhalb des Konzerns verlief die Entwicklung unterschiedlich. Der Bereich Large Scale & Project Solutions verzeichnete einen Umsatzrückgang um 4,7 Prozent auf 542,1 Millionen Euro, was vor allem an den erwähnten Zollrückerstattungen lag. Für das zweite Halbjahr rechnet SMA hier mit einer stärkeren Projektrealisierung, insbesondere in der Region EMEA.
Die Division Home & Business Solutions legte dagegen um 24,5 Prozent auf 144,5 Millionen Euro zu, getragen von einer anziehenden Nachfrage. Der Auftragsbestand des Konzerns sprang zum 30. Juni auf 1,75 Milliarden Euro, nach 1,16 Milliarden Euro im Vorjahr. Drei Viertel davon entfallen auf das Produktgeschäft.
SMA Solar Aktie Chart
Prognose angehoben, Rückenwind aus der Branche
Bereits am 16. Juli hatte der Vorstand die Jahresprognose angehoben. Nun werden ein Umsatz von 1.625 bis 1.725 Millionen Euro und ein EBITDA von 180 bis 230 Millionen Euro erwartet. Vorstandschef Jürgen Reinert verwies auf strukturelle Wachstumstreiber wie die Kopplung von Photovoltaik und Batteriespeichern sowie den steigenden Strombedarf durch Rechenzentren und KI-Anwendungen.
Finanzvorstand Kaveh Rouhi betonte, dass sich wesentliche Risiken seit Jahresbeginn deutlich reduziert hätten. Ob SMA das operativ stärkere zweite Halbjahr wie angekündigt liefern kann und wie sich Zölle sowie geopolitische Spannungen weiter auswirken, wird über den weiteren Kursverlauf entscheiden.
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