Ein Verkauf in Warschau, ein neuer Auftrag in Virginia — Skanska bespielt heute gleich zwei Wachstumsmärkte auf einmal. Der schwedische Baukonzern zeigt damit, wie sein Geschäftsmodell funktioniert: Bürogebäude entwickeln, verkaufen, Kapital freisetzen — und mit Rechenzentren in den USA gleichzeitig auf den nächsten Boom setzen.
Bürokomplex in Warschau verkauft
Skanska hat das zweite Gebäude seines Studio-Bürokomplexes im Warschauer Geschäftsviertel Wola an Stena Real Estate verkauft. Der Kaufpreis liegt bei 159 Millionen Euro, umgerechnet rund 1,7 Milliarden Schwedische Kronen. Das Hochhaus mit 27.700 Quadratmetern vermietbarer Fläche auf 26 Stockwerken wurde erst im vierten Quartal 2025 fertiggestellt und ist bereits an Mieter aus Finanz-, Energie-, Pharma- und Technologiebranche vergeben.
Die Übergabe der Immobilie ist für das vierte Quartal 2026 geplant, verbucht wird die Transaktion bereits im dritten Quartal bei der Sparte Skanska Commercial Development Europe. Das erste Gebäude des zweiteiligen Projekts hatte der Konzern bereits 2024 an denselben Käufer veräußert. Der Studio-Komplex ist damit vollständig monetarisiert — ein klassischer Skanska-Zyklus aus Bauen, Vermieten und Verkaufen, der dem Konzern Kapital für neue Projekte zurückspielt.
Neuer Rechenzentrums-Auftrag in den USA
Parallel dazu meldet Skanska einen neuen Bauauftrag in Virginia. Ein Bestandskunde beauftragt den Konzern mit dem Bau eines Rechenzentrums im Umfang von 94 Millionen Dollar, etwa 870 Millionen Schwedische Kronen. Der Auftrag fließt in die US-Bestellungen für das zweite Quartal 2026 ein.
Das Projekt umfasst gut 19.500 Quadratmeter Fläche mit vier Rechenzentrumshallen, dazu Erschließungsarbeiten und unterirdische Versorgungsleitungen. Es handelt sich um das zweite Gebäude auf diesem Campus — der Kunde baut also erkennbar aus. Baubeginn ist für Oktober 2026 vorgesehen, die Fertigstellung für Mai 2028.
Am Donnerstag schloss die Skanska-Aktie an der Stockholmer Börse 0,82 Prozent höher bei 259,20 Schwedischen Kronen. Die beiden Meldungen vom Freitagmorgen fallen damit in eine Phase, in der der Konzern sein Portfolio auf zwei Schienen gleichzeitig vorantreibt: Gewinnrealisierung im europäischen Büromarkt auf der einen, Kapazitätsaufbau im amerikanischen Rechenzentrumsgeschäft auf der anderen Seite.
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