An diesem Mittwoch bekommt SK Hynix gleich zwei gute Nachrichten auf einmal. Die Aktie zog vorbörslich um 2,8 Prozent an, nachdem Berichte über frühe Gespräche mit Intel aufkamen — Thema: erstmals Speicherchips in den USA fertigen. In Seoul selbst legte der Titel im regulären Handel bereits um 4,1 Prozent zu.
Intel als möglicher US-Partner
Im Raum stehen mehrere Modelle. Denkbar wäre, dass SK Hynix Teile von Intels geplanter Fabrik in Ohio least, oder eine gemeinsame Produktionsgesellschaft mit Intel und großen Cloud-Anbietern entsteht.
Konkrete Entscheidungen gibt es noch nicht — und sollten dabei sensible Technologien wie HBM-Speicher oder fortgeschrittenes DRAM ins Spiel kommen, müsste zusätzlich die südkoreanische Regierung zustimmen. Für einen Speicherchip-Hersteller wäre eine US-Fertigung strategisch bedeutsam: Sie würde die Lieferkette näher an die großen amerikanischen Cloud- und KI-Kunden rücken.
Gewerkschaft räumt Risiko aus dem Weg
Parallel zur Intel-Nachricht hat SK Hynix mit seiner Belegschaft einen Konflikt beigelegt, der zuletzt auf der Stimmung lastete. Rund 57 Prozent der Gewerkschaftsmitglieder stimmten einer überarbeiteten Lohn- und Tarifvereinbarung zu.
Die Erfolgsprämien werden künftig zur Hälfte in bar und zur Hälfte in Aktien ausgezahlt — eine für die Beschäftigten günstigere Regelung als der ursprünglich vorgeschlagene Plan mit 40 Prozent Bar- und 60 Prozent Aktienanteil.
Damit fällt ein operatives Risiko weg, das Investoren in den vergangenen Wochen beschäftigt hatte. Der Kospi in Seoul zog im gleichen Umfeld um 1,4 Prozent an, während US-Futures und leicht gesunkene amerikanische Anleiherenditen zusätzlich für Rückenwind sorgten.
Die Erholung kommt nach einer schwierigen Phase für Speicherchip-Werte. SK Hynix und Wettbewerber wie Micron und SanDisk hatten zuvor unter Sorgen rund um die KI-Nachfrage kräftig verloren. Der aktuelle Kursanstieg gleicht davon einen Teil aus, bleibt aber deutlich unter dem 52-Wochen-Hoch von 199,87 Dollar der US-Notierung.
Für die kommenden Tage rückt die Zinsentscheidung der US-Notenbank in den Blick, gefolgt von den Beschlüssen der Bank of England und der Bank of Japan. Ob sich der geldpolitische Kurs auf die Risikobereitschaft gegenüber Halbleiterwerten auswirkt, dürfte sich in der Kursreaktion der nächsten Handelstage zeigen.
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