SK Hynix zieht den Ausbau seiner Speicherproduktion deutlich an. Der Konzern hat Zulieferern einen Fahrplan vorgelegt, der die monatliche DRAM-Waferkapazität nahezu verdoppeln soll. Der Treiber ist klar: Künstliche Intelligenz frisst Speicher, und der Engpass bei Hochleistungschips bleibt ein zentrales Thema.
Die Aktie bekam zuletzt dennoch Druck. Am Freitag schloss SK Hynix bei 2.070.000 KRW, ein Tagesminus von 9,92 Prozent; auf Wochensicht liegt der Kurs 11,27 Prozent tiefer.
Yongin wird zum Kernprojekt
Aktuell verarbeitet SK Hynix rund 550.000 DRAM-Wafer pro Monat. Bis 2030/2031 soll die Kapazität auf etwa 1 Million Wafer steigen. Das ist kein kleiner Zusatzbau, sondern ein industrieller Hochlauf über mehrere Werke und Ausbaustufen.
Im Mittelpunkt steht der neue Halbleitercluster Yongin südlich von Seoul. Für die erste Fabrik dort ist der Einbau der Ausrüstung im ersten Reinraum nun für Februar 2027 vorgesehen, früher als der bisherige Zieltermin im Mai 2027. Die Fabrik ist in sechs Reinräume gegliedert.
Jeder Reinraum soll 60.000 Waferstarts pro Monat hinzufügen. Nach dem Start der ersten Phase sollen weitere Abschnitte jeweils im Halbjahrestakt folgen. Bei planmäßigem Verlauf käme die erste Yongin-Fabrik in der ersten Jahreshälfte 2030 auf 360.000 Wafer pro Monat.
M15X soll früher entlasten
Noch vor Yongin soll die M15X-Fabrik in Cheongju zusätzlichen Spielraum schaffen. Der Produktionsstart ist für die zweite Jahreshälfte 2026 geplant, zunächst mit 40.000 Wafern pro Monat.
Im Folgejahr soll die Kapazität dort auf rund 80.000 Wafer pro Monat steigen. Damit entsteht kurzfristig mehr Angebot, während Yongin den größeren Kapazitätssprung vorbereitet. Das passt zur Einschätzung von SK-Group-Chef Chey Tae-won, der wiederholt von einem KI-Speicherengpass bis mindestens 2030 gesprochen hat.
Der Markt honoriert die HBM-Stärke bereits massiv, wenn auch mit starken Schwankungen. Auf 30 Tage steht die Aktie noch 29,29 Prozent im Plus, seit Jahresanfang sogar 205,76 Prozent; vom Hoch bei 2.407.000 KRW vom 2. Juni ist sie allerdings wieder 14,00 Prozent entfernt.
HBM bleibt der Hebel
SK Hynix hat sich im Markt für High-Bandwidth Memory eine führende Position erarbeitet. Counterpoint Research beziffert den Marktanteil im ersten Quartal 2026 auf 58 Prozent. Die HBM-Produktion für 2026 gilt bereits als ausverkauft.
Genau deshalb ist der Kapazitätsplan mehr als eine normale Investitionsmeldung. Wer KI-Rechenzentren bauen will, braucht Speicher mit hoher Bandbreite. SK Hynix versucht nun, diesen Nachfragevorsprung in langfristige Produktionsmacht zu übersetzen.
Der nächste konkrete Meilenstein liegt bei M15X in der zweiten Jahreshälfte 2026. Danach rückt Yongin in den Mittelpunkt: Wenn der gestaffelte Hochlauf ohne größere Verzögerungen gelingt, könnte SK Hynix seine starke HBM-Position in den nächsten Jahren deutlich absichern.
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