SK Hynix-Aktie: Wieso geht sie den Bach runter?

Nach einem dreitägigen Kursrückgang stürzt die SK Hynix-Aktie am Freitag zweistellig ab. Was steckt hinter dem Crash des koreanischen Speicherchipherstellers? 

Auf einen Blick:
  • Unerwartet schwache Prognose von Broadcom
  • Warnungen von Experten vor KI-Blase
  • Forderung zur Gewinnteilung aus Südkorea

Die SK Hynik-Aktie gehörte in den letzten Monaten zu den erfolgreichsten Technologiewerten an den internationalen Märkten. Doch zuletzt schwächelte die Aktie des koreanischen Halbleiterherstellers. Nachdem der Kurs bereits in den letzten drei Handelstag um gut acht Prozent nachgegeben hat, sackt er im Laufe des Freitags um über zwölf Prozent in die Tiefe. Was steckt hinter dem Kurssturz?

Sorge vor einer KI-Blase

Der plötzliche Kurssturz hat nichts mit Problemen bei SK Hynix selbst zu tun, sondern ist das Resultat eines globalen Bebens im Halbleitersektor. Der Hauptauslöser für den Ausverkauf war der US-Chipkonzern Broadcom. Dieser hat am 4. Juni nach US-Börsenschluss seine Umsatzprognose für KI-Halbleiter für das laufende Quartal vorgelegt.

Sie lag unter den hohen Erwartungen der Wall-Street-Analysten. Zudem enttäuschte Broadcom die Anleger, indem das Unternehmen seine langfristige KI-Umsatzprognose für 2027 bei 100 Milliarden Dollar lediglich bestätigte, statt sie wie erhofft anzuheben.

Gleichzeitig wachsen die Sorgen, dass die astronomischen Bewertungen von KI-Profiteuren heißgelaufen sind. Ray Dalio, der Gründer des weltgrößten Hedgefonds Bridgewater Associates, warnte in einem viel beachteten Interview explizit vor deutlichen Blasenbildungen im KI-Sektor.

Solche Warnungen treffen SK Hynix besonders hart. Das Unternehmen ist der weltweit führende Hersteller von High-Bandwidth-Memory (HBM), den ultraschnellen Speichern, die zwingend für die KI-Beschleuniger von NVIDIA gebraucht werden. Werden die Erwartungen an den KI-Boom gedämpft, leidet SK Hynix als direkter Zulieferer sofort.

Und ein Belastungsfaktor aus Korea

Und nicht zuletzt kommt ein regionaler Belastungsfaktor aus der südkoreanischen Heimat des Konzerns. Der südkoreanische Arbeitsminister forderte die großen Technologiekonzerne des Landes öffentlich dazu auf, die Rekordgewinne aus dem KI-Halbleiter-Boom stärker mit den Arbeitnehmern und Zulieferern zu teilen. Er warnte vor einer wachsenden Einkommensungleichheit. Anleger befürchten dadurch steigende Betriebskosten und Margendruck für SK Hynix.

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