SK Hynix Aktie: Springt nach GPT-6 Astra

Symbolbild, KI-generiert

SK Hynix gewinnt 6,1 Prozent, während mehrere Analysehäuser wegen knapper Speicherbestände und HBM4-Chancen deutlich höhere Kurse ansetzen.

Auf einen Blick:
  • Aktie legt um 6,1 Prozent zu
  • Nomura bestätigt Kaufempfehlung
  • DB Financial hebt Kursziel an
  • Speicherbestände unter zehn Tagen

SK Hynix legt am heutigen Montag kräftig zu und markiert damit eine Gegenbewegung zu den schweren Verlusten der vergangenen Wochen. Der Kurs springt um 6,1 Prozent auf 1.748.000 KRW, nachdem die Aktie am Freitag noch bei 1.647.000 KRW geschlossen hatte.

Auslöser ist die Vorstellung von OpenAIs neuem Modell GPT-6 Astra am Donnerstag, das laut Berichten Aufgaben deutlich schneller erledigt als sein Vorgänger und damit die Erwartungen an künftige KI-Rechenzentrumsinvestitionen befeuert. Der Philadelphia Semiconductor Index zog daraufhin um 3,38 Prozent an, die SK-Hynix-Hinterlegungsscheine in den USA sogar um 8,14 Prozent.

Analysten trauen der Aktie deutlich mehr zu

Während der Tagesgewinn Schlagzeilen macht, richtet sich der Blick der Analysten auf ein ganz anderes Bild: Trotz der jüngsten Erholung notiert SK Hynix noch immer 41 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 2.987.000 KRW.

Genau diese Lücke sehen mehrere Häuser als Kaufgelegenheit. Nomura bestätigte am 4. September sein Buy-Rating mit einem Kursziel von 4,7 Millionen KRW – mehr als das Doppelte des aktuellen Niveaus.

Die Analysten begründen dies mit einer strukturellen Speicherknappheit: Die globale Fertigungskapazität müsse sich binnen vier Jahren verdoppeln und binnen sechs Jahren verdreifachen, um die Nachfrage zu decken. Zudem falle die Aktie derzeit mit einem KGV von rund 3 auf Basis der für 2027 erwarteten Gewinne auf.

DB Financial Investment zog am Montag nach und erhöhte sein Kursziel von 2 auf 2,3 Millionen KRW, ebenfalls mit Kaufempfehlung. Begründet wird dies mit dem Hochlauf der HBM4-Auslieferungen ab dem dritten Quartal 2026 sowie einem für 2027 erwarteten Preisanstieg bei diesen Speicherchips von rund 70 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das dritte Quartal 2026 dürfte laut den Schätzungen einen Umsatz von 98,2 Billionen KRW bringen, ein Plus von 301 Prozent zum Vorjahr, bei einem operativen Gewinn von 76,5 Billionen KRW – ein Anstieg um 572 Prozent.

Lagerbestände auf Rekordtief

Untermauert wird der optimistische Ausblick durch Daten zu den Speicherbeständen der Industrie: Laut KB Securities sind die Lagerbestände bei Speicherchips inzwischen auf unter zehn Tage gefallen, das engste Angebotsniveau in der Geschichte der Branche für das kommende Jahr.

Die Wertpapierfirma rechnet damit, dass Speicherchips 2027 bereits 57 Prozent der Investitionen in KI-Infrastruktur ausmachen werden – nach 14 Prozent im Jahr 2025. Das Marktforschungsunternehmen TrendForce geht sogar von 68 Prozent aus. Ein Grund liegt in der Technik selbst: HBM4-Speicher benötigt nach Branchenangaben die dreifache Wafer-Kapazität herkömmlicher DRAM-Chips.

SK Hynix baut zugleich seine technologische Position aus. Der Marktanteil bei der neuesten 1c-DRAM-Generation soll laut Brancheneinschätzungen von rund 10 Prozent im ersten Quartal 2026 auf etwa 35 Prozent im ersten Quartal 2027 steigen und damit die Vorgängertechnologie 1b übertreffen. Beim HBM4-Markt wird SK Hynix für 2026 ein Anteil von rund 50 Prozent zugetraut, vor Samsung mit etwa 20 und Micron mit rund 10 Prozent.

Goldman Sachs sieht ganzen Markt unterbewertet

Auch auf Indexebene wird die Story größer gespielt: Goldman-Sachs-Stratege Timothy Moe hält für den KOSPI ein Kursziel von 12.000 Punkten für erreichbar, ein Aufwärtspotenzial von rund 80 Prozent gegenüber dem gefallenen Niveau. Er verweist auf unterschätzte KI-getriebene Speichernachfrage und schätzt die globalen Investitionsausgaben großer Technologiekonzerne für 2027 auf über 1,2 Billionen Dollar, nach zuvor rund 800 Milliarden. Der KOSPI selbst legte am Freitag um 1,64 Prozent auf 6.687,21 Punkte zu, getragen von Netto-Käufen ausländischer Investoren und Institutioneller.

Als nächster Belastungstest gilt der US-Verbraucherpreisindex am 11. September, der die Zinserwartungen der Fed beeinflussen dürfte und damit auch die Risikobereitschaft für Halbleiterwerte wie SK Hynix.

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