Pläne für einen möglichen US-Börsengang der Speichertochter Solidigm haben am südkoreanischen Aktienmarkt zu spürbaren Umschichtungen geführt. Im regulären Handel in Seoul gab das Papier von SK Hynix heute um 5,1 Prozent nach und markierte einen Schlussstand von 1.768.000,00 KRW.
Neben allgemeinen Zinssorgen im Technologiesektor richtet sich die Aufmerksamkeit der Marktteilnehmer vor allem auf die Frage, wie ein milliardenschweres Debüt des Tochterunternehmens die Beteiligungsstruktur der Muttergesellschaft beeinflussen würde.
Diskussion über Bewertung und Konzernstruktur
Auslöser der aktuellen Marktdebatte sind Berichte über erste Vorbereitungen für ein mögliches US-Listing von Solidigm, das frühestens 2027 erfolgen könnte. Reuters zufolge hielt die Gesellschaft kürzlich vorbereitende Gespräche mit Investmentbanken ab, um Konsortialführer auszuwählen.
In ersten Marktschätzungen wird eine mögliche Bewertung von bis zu 150 Milliarden US-Dollar genannt, bei einem Emissionsvolumen von rund 15 Milliarden US-Dollar.
Bloomberg erwähnte unterdessen eine potenzielle Bewertung von bis zu 100 Milliarden US-Dollar. SK Hynix teilte hierzu mit, verschiedene Optionen zur Weiterentwicklung von Solidigm zu prüfen, betonte jedoch, dass bislang keine konkreten Beschlüsse gefasst wurden.
Solidigm betreibt das Speichergeschäft, das SK Hynix nach der 2020 vereinbarten und rund 9 Milliarden US-Dollar schweren Übernahme der NAND- und SSD-Sparte von Intel übernommen hatte. Für das Unternehmen bietet ein US-Börsengang die Möglichkeit, umfangreiche Mittel für den Bau künftiger Fertigungskapazitäten in den Vereinigten Staaten zu generieren.
Auf der anderen Seite löst das Vorhaben bei Anlegern Zurückhaltung aus. Eine Notierung könnte künftige Ertragsströme verwässern und die ohnehin mehrstufige Struktur innerhalb der SK-Gruppe um eine weitere Ebene erweitern, was am Heimatmarkt traditionell mit Abschlägen für die Holding- und Zwischengesellschaften einhergeht.
Hohe HBM-Nachfrage stützt Geschäftsaussichten
Trotz der jüngsten Kursschwäche blicken Branchenexperten weiterhin optimistisch auf die operative Entwicklung des Speicherchipherstellers. Das Analysehaus Daishin Securities bestätigte heute seine Kaufempfehlung für SK Hynix mit einem Kursziel von 3,2 Millionen Won.
Analyst Ryu Hyung-geun stuft jüngste Vorbehalte rund um den Hochleistungsspeicher HBM4 als übertrieben ein und erwartet für das vierte Quartal 2026 ein DRAM-Absatzvolumen, das die bisherigen Markterwartungen übertrifft. Zudem soll der Anteil der nächsten HBM-Generation im Jahresverlauf 2027 die Schwelle von 50 Prozent am gesamten Absatzvolumen überschreiten.
Der anhaltende Ausbau von Rechenzentren für Anwendungen künstlicher Intelligenz treibt die Nachfrage nach hochentwickelten Enterprise-SSDs und HBM-Speichermodulen. Trotz der heutigen Korrektur verzeichnet die Aktie von SK Hynix seit Jahresanfang ein Kursplus von 172 Prozent.
Vor allem die anstehenden Geschäftszahlen des US-Wettbewerbers Micron dürften den Börsen in den kommenden Tagen weitere Anhaltspunkte über das reale Preisgefüge und die Bestellsituation der weltweiten Cloud-Konzerne liefern.
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