SK Hynix Aktie: Siebenfach überzeichnet vor Nasdaq-Debüt

Der südkoreanische Chip-Hersteller SK Hynix startet mit einem Milliarden-IPO an der US-Börse und profitiert von der hohen KI-Nachfrage.

Auf einen Blick:
  • Börsendebüt an der Nasdaq
  • Nachfrage siebenfach überzeichnet
  • Milliardenschwerer Kapitalzufluss
  • Führende Position bei HBM-Speicher

Sieben Mal überzeichnet. Diese Zahl treibt SK Hynix-Aktien am Donnerstag um 5,30 Prozent nach oben, auf 2.186.000 Won. Am Mittwoch hatte das Papier noch bei 2.076.000 Won geschlossen. Grund für den Sprung: Der südkoreanische Speicherchip-Hersteller steht kurz vor einem historischen Börsengang an der Nasdaq.

Nachfrage übersteigt Angebot um das Siebenfache

Am Freitag will SK Hynix den finalen Preis für sein US-Listing festlegen. Das Angebot umfasst 177,9 Millionen American Depositary Shares, jede repräsentiert ein Zehntel einer Stammaktie. Gehandelt werden sie unter dem Ticker SKHY.

Berichten von Reuters und Bloomberg zufolge übersteigt die Nachfrage das verfügbare Volumen um das Siebenfache. Das macht den Deal zu einem der größten ausländischen Listings der Geschichte. SK Hynix will bis zu 28 Milliarden Dollar einsammeln – mehr als Alibaba bei seinem Nasdaq-Debüt 2014.

Der Konzern braucht das Kapital dringend. Die weltweite KI-Infrastruktur frisst Speicherchips in einem Tempo, das die aktuellen Fertigungskapazitäten kaum decken können.

HBM-Marktführerschaft als Fundament

Nur drei Unternehmen beherrschen den Markt für High-Bandwidth-Memory-Chips: Micron, Samsung und SK Hynix. Nach eigenen SEC-Unterlagen hält SK Hynix einen Marktanteil von 56,4 Prozent bei HBM-Speicher. Diese Chips stecken in den KI-Beschleunigern großer Cloud-Anbieter – und genau diese Dominanz treibt das Investoreninteresse am Listing.

Der Mangel an Speicherchips könnte bis 2030 anhalten. Neue Fabriken brauchen Jahre, bis sie produzieren. Die Speicherbranche kennt allerdings auch heftige Boom-Bust-Zyklen – ein Risiko, das Anleger nicht ignorieren sollten.

Turbulente Wochen vor dem Debüt

Der Kursanstieg folgt auf eine wechselhafte Phase. Am Montag fiel die Aktie noch um 4 Prozent auf 2.327.000 Won, blieb damit aber rund 273 Prozent im Plus für das laufende Jahr. Speicherchip-Aktien schwankten zuletzt stark – auch wegen neuer Zweifel, wie lange der KI-Boom noch trägt.

Der Rebound am Donnerstag zeigt: Das Vertrauen kehrt zurück. Anleger blicken über die Marktnervosität rund um den Iran-Konflikt hinweg und fokussieren sich auf die bevorstehende Preisfestsetzung.

Zur Einordnung: Vom 52-Wochen-Hoch bei 2.987.000 Won, erreicht erst am 25. Juni, liegt die Aktie noch knapp 27 Prozent entfernt. Zum 52-Wochen-Tief von 491.500 Won im Oktober 2025 beträgt der Abstand dagegen fast 345 Prozent. Die annualisierte Volatilität von rund 115 Prozent auf Sicht von 30 Tagen unterstreicht, wie nervös der Markt das Papier aktuell handelt.

Analysten sehen Aufholpotenzial bei der Bewertung

Jahrelang handelte SK Hynix mit einem Abschlag gegenüber dem US-Rivalen Micron Technology. Der Sprung an die tiefste Aktienbörse der Welt könnte das ändern – gerade jetzt, wo Speicherchip- und KI-Infrastruktur-Hersteller die Performance des S&P 500 maßgeblich mittragen.

Analysten erwarten, dass SK Hynix in den chiplastigen Philadelphia SE Semiconductor Index aufgenommen wird. Das dürfte die Bewertungslücke zu Micron weiter schließen. Dave Mazza, CEO von Roundhill Investments, bringt es auf den Punkt: „Das ist mehr als ein Liquiditätsereignis.“ SK Hynix sei eines der wichtigsten Unternehmen der Welt gewesen, das die meisten US-Institutionen bislang kaum kaufen konnten. Das Listing beseitige einen Zugangs-Abschlag – keinen Qualitäts-Abschlag.

Staatliche Milliarden im Rücken

Der Nasdaq-Vorstoß fällt mit einer größeren nationalen Kampagne zusammen. Erst vergangene Woche stellte Südkorea eine umfassende Industriestrategie für Halbleiter und KI vor. Kernstück: ein Chip-Investitionsprogramm über 576 Milliarden Dollar im Südwesten des Landes, mit SK Hynix und Samsung Electronics als Ankerinvestoren.

Was als Nächstes ansteht

Am 10. Juli soll eines der meistbeachteten Markt-Debüts der letzten Jahre über die Bühne gehen. SK Hynix listet seine Aktien dann unter dem Ticker SKHY an der Nasdaq. Parallel bereitet GraniteShares bereits gehebelte Produkte vor: Die Single-Stock-ETFs SKUU und SKDD sollen am 13. Juli starten – dem ersten Handelstag nach dem SKHY-Debüt.

Die Preisfestsetzung am Freitag entscheidet über die endgültige Bewertung des historischen Angebots. Ob sich die außergewöhnliche Jahresrallye der Aktie danach fortsetzt, hängt maßgeblich davon ab, wie der Markt das Debüt an der Nasdaq aufnimmt.

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