SK Hynix Aktie: Samsung zieht nach

Samsung erwägt Kapitalrückführung von bis zu 68 Mrd. Euro. SK Hynix profitiert von Branchen-Rally und plant Expansion nach Japan.

Auf einen Blick:
  • Samsung plant Milliarden-Rückkauf
  • SK Hynix profitiert von Sektor-Rally
  • Chip-Hersteller erwägt Japan-Werk
  • Rekordgewinne durch KI-Boom

Erst der eigene Rückkauf, jetzt der Nachbar: SK Hynix profitiert an diesem Freitag gleich doppelt von der neuen Großzügigkeit der südkoreanischen Chip-Branche gegenüber ihren Aktionären. Während der Konzern noch die Wellen seines eigenen Kapitalprogramms auskostet, sorgt Rivale Samsung Electronics für den nächsten Kursimpuls im gesamten Sektor.

Samsung bereitet einem Bericht zufolge eine Kapitalrückführung zwischen 90 und 110 Billionen Won vor, umgerechnet bis zu rund 68 Milliarden Euro. Der Vorstand soll darüber am Freitagnachmittag entscheiden, offiziell bestätigt hat der Konzern die Zahlen bislang nicht. Die Aktie von Samsung sprang auf die Berichte hin um mehr als vier Prozent nach oben, SK Hynix zog im Sog mit und legte rund drei Prozent zu.

Der Rückkauf als Blaupause

Dass Samsung überhaupt unter Zugzwang steht, hat mit SK Hynix selbst zu tun. Der Konzern hatte in dieser Woche ein Aktienrückkauf- und Einziehungsprogramm im Volumen von 40 Billionen Won angekündigt und zugesagt, künftig mehr als die Hälfte des freien Cashflows zwischen 2025 und 2027 an die Aktionäre auszuschütten. Die Ankündigung hatte den Kurs zuvor bereits kräftig nach oben katapultiert.

Beide Unternehmen sitzen derzeit auf Rekordgewinnen aus dem Speicherchip-Boom, den die Nachfrage nach Hochleistungsspeicher für KI-Anwendungen befeuert. Investoren hatten zuletzt Druck gemacht, mehr von diesen Gewinnen zurückzugeben — die Sorge vor überzogenen KI-Investitionen ließ sich mit den reinen Rekordzahlen allein offenbar nicht zerstreuen.

Expansion nach Japan im Blick

Neben der Kapitalrückführung treibt SK Hynix auch die geografische Expansion voran. Berichten zufolge prüft der Konzern den Bau eines Speicherchip-Werks in der japanischen Präfektur Miyagi — es wäre die erste große Produktionsinvestition des Unternehmens in Japan. Eine finale Entscheidung des Vorstands oder ein konkreter Zeitplan liegen bislang nicht vor.

Die Pläne könnten SK Hynix als drittes ausländisches Halbleiterunternehmen nach Micron und TSMC mit einer Fertigung in Japan positionieren. Gleichzeitig wächst der politische Druck aus den USA, Kapazitäten stärker dort anzusiedeln — ein Zielkonflikt, der die Standortentscheidung zusätzlich verkomplizieren dürfte.

Die Entscheidung des Samsung-Vorstands über das Ausschüttungsvolumen wird für den späten Freitagnachmittag erwartet. Fällt sie zugunsten hoher Sonderdividenden aus, dürfte das die Erwartungshaltung an SK Hynix für die kommenden Quartale weiter erhöhen.

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